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Nicht meckern, sondern reden

Nicht meckern, sondern reden
Die richtige Kommunikation mit dem eigenen Kind kann Streitigkeiten vorbeugen. Foto: Konstantin Yuganov  /  Fotolia.com
Mönchengladbach. Konflikte mit dem eigenen Kind sind keine Seltenheit. Oft endet es in lautstarken Streits, trotzigen Kindern und zerfahrenden Situationen. Dies kann sich so weit hochschaukeln, dass bei Eltern und Kindern die Nerven blank liegen. Hilfe kann das Familienkolleg Niederrhein bieten. „Wie Familie gelingt“ heißt ein Workshop, der nun auch in Mönchengladbach angeboten werden soll. Von David Friederichs

„Du hörst Dich schon an wie deine Mutter!“ Ein Satz, den man immer wieder hört. Unterbewusst übernehmen wir Verhaltens- und Erziehungsmuster, die wir in unserer Kindheit erfahren haben, in die Erziehung des eigenen Kindes. Transgenerationale Weitergabe wird das in der Psychologie genannt. „Dabei ist es in der Erziehung unglaublich wichtig, eine gute Kommunikation zu haben“, sagt Prof. Dr. Karl-Josef Kluge, entpflichteter Professor an der Universität Köln. Seit zehn Jahren bietet er am Familienkolleg Rheinland ein Familienbasiertes Kompetenz Training an, jetzt soll mit dem Familienkolleg Niederrhein dieses Konzept auch in Mönchengladbach angeboten werden. Hier sollen Eltern, die Probleme mit der Erziehung ihrer Kinder haben, von familiären Kommunikationsstörungen geplagt oder einfach mit der Situation überfordert sind, in monatlichen Treffen und wöchentlichen Einzeltrainings geschult werden. „Wie kann ich die Beziehung zu meinem Kind positiv gestalten und seine Entwicklung fördern? Was kann ich tun, um Stress zu nutzen oder abzubauen? Das sind nur zwei Fragen, die wir in den Trainings behandeln“, erläutert Professor Kluge. In den monatlichen Treffen werden die grundsätzlichen Probleme der Teilnehmer besprochen, bei den Einzeltrainings besucht Prof. Kluge die Familien zu Hause und schaut sich den Umgang mit dem Erlernten in der Praxis an.

„Die Arbeit hat mir geholfen, meine eigenen Gefühle besser auszudrücken. Ich überlege was ich wann und wie sage. Aber natürlich bedarf es regelmäßiger Übung“, sagt ein Teilnehmer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Der Vater eines sechsjährigen Sohnes war über das Internet auf das Familienkolleg aufmerksam geworden. Nach der konfliktbehafteten Trennung von seiner Frau, hatte sein Kind Verhaltensauffälligkeiten gezeigt, denen er entgegenwirken wollte. „Ich fühle mich da gut aufgehoben. Es ist immer schön, wenn sich Erfolgserlebnisse einstellen“, so der Vater.

Jeder Teilnehmer bekommt einen „Werkzeugkoffer“ mit hilfreichen Tipps an die Hand. „So stehen die Teilnehmer den Alltagsproblemen nicht mehr so hilflos gegenüber“, verdeutlicht Kluge.

(Report Anzeigenblatt)