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Nicht noch mehr Fluglärm !

Nicht noch mehr Fluglärm !
Rund ein Drittel aller Flugzeuge in Düsseldorf nehmen die Anflugroute über Giesenkirchen. Foto: Andre Hamann/Fotolia
Giesenkirchen. Die Fluglärm Initiative MG-Ost wehrt sich gegen die Kapazitätenerweiterung am Flughafen Düsseldorf und verteilt 10 000 Flyer sowie Einwendungskarten. Unterstützung erhalten die Fluglärm-Gegner im Stadtbezirk Ost parteiübergreifend. Von David Friederichs

Wenn es um Fluglärm geht, ist Frederick Skupin zum echten Experten geworden. Schließlich ist er tagtäglich von den Landungen der Flieger in Düsseldorf betroffen. „Gerade bei Ostwind, also bei gutem Wetter, sind wir besonders belastet“, sagt er. Gemütliches Grillen mit Freunden oder ein ruhiges Stündchen auf der Terrasse werden gerade in den Abendstunden regelmäßig vom Lärm der im Landeanflug befindlichen Flieger überschattet. Rund ein Drittel aller Landeanflüge bündeln sich über Giesenkirchen und den angrenzenden Ortschaften, gerade einmal 850 Meter trennt die Flugzeuge nur noch vom Boden. Etwa 70 Dezibel, sagt Hajo Siemes, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Ost, sind es, die den Bewohnern pro Flugzeug an Lärmlast zugemutet werden. Und die flugfreien Zeiten von 22 bis 6 Uhr werden allzuoft außer Kraft gesetzt. Siemes Begründung: „Strafen für verspätete Flieger gibt es kaum.“

Nun hat der Flughafen sogar einen Antrag gestellt, die Kapazitäten von 47 auf 60 Flüge pro Stunde zu erweitern. „Nur aus einem Grund: Um die Wirtschaftlichkeit des Flughafens weiter zu erhöhen“, klagt Skupin. Deshalb haben er und seine Mitstreiter der Fluglärm Initiative MG-Ost nun Flyer und Einwendungskarten drucken lassen, die in einer Auflage von 10 000 Stück in Giesenkirchen und Umgebung verteilt werden. „Jeder hat jetzt die Möglichkeit, aktiv gegen die Ausweitung zu stimmen.“ Unterschiedliche Gründe können dort angeführt werden. Alle zurückgesandten Karten werden bis zum 8. Juli der Bezirksregierung Düsseldorf übersandt, um den Antrag des Flughafen abzuwenden. Welche weiteren Auswirkungen der Fluglärm hat, lesen sie in den kommenden Wochen.

(Report Anzeigenblatt)