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Nicht nur reden, sondern anpacken

Nicht nur reden, sondern anpacken
Arbeiten jetzt noch enger zusammen (v.l.): Dörte Schall (Stadt), Klaus Müller (Jobcenter) und Angela Schoofs (Arbeitsagentur). FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Das gab’s noch nie: Arbeitsagentur, Jobcenter und Stadtverwaltung versuchen gemeinsam, Flüchtlinge in Deutsch-Kurse zu bringen, selbst wenn diese noch gar keinen Asylantrag gestellt haben. Im neuen Integration Point an der Lürriper Straße 52 erfuhr die Presse Einzelheiten. Von Klaus Schröder

Die ersten Ratsuchenden waren schon ein paar Minuten vorher in den 4. Stock gefahren, um Klarheit zu kriegen: Gibt es Arbeit für mich? Kann ich eine Berufsausbildung machen? Ein Studium beginnen? Kann meine Ausbildung hier anerkannt werden? Angela Schoofs (Arbeitsagentur), Dörte Schall (Sozialdezernentin) und Klaus Müller (Jobcenter) lieferten dann den strategischen Hintergrund. Angela Schoofs sagte: „Das ist ein ganz besonderer Tag.“ Und später: „Auf dieses vereinfachte Verfahren sind wir auch ein bisschen stolz.“ Klaus Müller freute sich ebenfalls über das hohe Tempo der Integrationshilfe, „egal, ob sie nun hierbleiben, oder in ihrer Heimat davon profitieren.“ Dörte Schall sagte es unumwunden: „Die Menschen wollen arbeiten und ihre Familie ernähren - im Grunde wie jeder von uns.“ Deshalb ginge es nicht ums Reden, sondern ums Anpacken.

Angela Schoofs konkretisierte: „Auf wessen Kosten läuft dieses Programm? Auf niemandes. Wir machen das mit zusätzlichem Geld, mit mehr Planstellen und 13 Leuten on top.“ Niemand nehme jemanden etwas weg. „Das wird geschmeidig klappen, auch wenn da eine Menge Arbeit drin steckt.“

Die Arbeitgeber unterstützen die Leitlinie. Und auch wieder nicht nur mit Worten. Die Stellenangebote, die ausliegen, sind beeindruckend: Helfer in der Küche, Helfer in der Reinigung, Maschinenführer, Dachdecker, Bäcker, Verkäufer mit Arabisch-Kenntnissen, Koch, Pflegefachkraft.

(StadtSpiegel)