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Nichts als heiße Luft?

Nichts als heiße Luft?
Hier könnte ein Abzweig kommen: links in Richtung Nord und rechts zum Haltepunkt Süd. FOTO: Franz Josef Ungerechts
Mönchengladbach. Das lockere Mundwerk eines städtischen Mitarbeiters war Anlass dafür, dass in den Ortsteilen Dorthausen, Wolfsittard und Hehn wochenlang Aufruhr herrschte. Der Mitarbeiter hatte bei Vermessungsarbeiten in Wolfsittard Bürgern die Absicht der Stadt erklärt, an der Straße Wolfsittard eine Umgehungsstraße zum Borussia Park zu bauen. Von Franz Josef Ungerechts

Besagter Mitarbeiter, eigentlich im Ruhestand, aber wegen Personalmangel weiterhin bei der Verwaltung beschäftigt, ist eigentlich nicht als Plappermund bekannt. Im Gegenteil, er wird von Politikern und Mitarbeitern als äußerst fachkundig beschrieben. Was ihn nun geritten hat, Planungen weiterzugeben, die keineswegs spruchreif, oder – noch schlimmer – politisch überhaupt nicht abgesegnet sind, wird sein Geheimnis bleiben – besonders in der brisanten Situation, die jetzt heraufbeschworen wurde. Denn seine Aussagen waren Grund für eine Bürgerversammlung am Mittwoch, 15. Juni, auf dem Pillenhof in Wolfsittard, zu der die CDU-Ratsmitglieder Annette Bonin, Markus Heynckes und Friedhelm Stevens eingeladen und rund 100 Betroffene erschienen waren.

Planungen, die alte Bahntrasse an der Querung Wolfsittard als Umgehung für die Gladbacher Straße für Shuttle und Reisebusse auszubauen, gab es. Im Entwurf des Haushaltsplan 2010/2011 war eine „Alternative Busshuttlestrecke Nordpark“ über Dorthausen und Wolfsittard ausgewiesen, um das Vorbeifahren am Fanhaus bei Risikospielen zu vermeiden. Kostenpunkt: 1.5 Millionen Euro. Das war der damals regierenden Ampelkoalition zu viel. Stattdessen wurde beschlossen, die Gladbacher Straße zwischen Dorthausen und Pfingstgraben dreispurig auszubauen. Kosten: 500 000 Euro.

Thomas Fegers, SPD-Fraktionsgeschäftsführer, Ratsherr und Sprecher im Planungsausschuss: „Angesichts der Haushaltslage sahen wir sowohl damals und sehen auch jetzt keine Dringlichkeit und haben auch keine Rechtfertigung, Haushaltsmittel für den alternativen Ausbau über Dorthausen und Wolfsittard auszugeben.“ Ansichten, die auch bei der Bürgerversammlung von den drei CDU-Ratsmitgliedern geteilt wurden. Annette Bonin: „Ich sehe die Notwendigkeit nicht.“ Markus Heynckes und Friedhelm Stevens: „Es gibt keine offizielle Planung!“

Dann gibt es offenbar eine inoffizielle Planung, denn es liegt der Entwurf vor, die alte Bahntrasse ab Wolfsittard auszubauen, die dann in der Verlängerung Rennbahnweg zum Haltepunkt Nord und vorher als Abzweig zum Haltepunkt Süd führen soll. Die Verwaltung plant mit und für Borussia; die Politik scheint bislang nur informell beteiligt. Fakt ist, es gibt den Ratsbeschluss, die Planung nicht zu verfolgen. Warum also lässt die Verwaltung trotzdem die Strecke vermessen?

Die drei CDU-Politiker nahmen eine Empfehlung der betroffenen Bürger mit. Zur Entschärfung der Situation vor dem Fanhaus (vor allem bei Risikospielen), könnte doch das Fanhaus verlagert werden. Beispielsweise in Richtung des Parkplatzes P 3 und damit weg von der Anfahrtsroute.

(Report Anzeigenblatt)