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Kein Festival im JHQ 2015/ Keine Miete für Erstunterbringung von Flüchtlingen
Nochmal alles auf Null?

Mönchengladbach (um). In einer schnellen Ratssitzung wurde am Donnerstagnachmittag vieles durchgewinkt und wenig noch mal diskutiert. Das Thema JHQ erhitzte aber erneut die Gemüter. Von Ulrike Mooz

Bis zum Tagesordnungspunkt 17 blieb es am Donnerstag ruhig im Ratssaal des Rathauses Rheydt. Das Meiste wurde mehr oder weniger einstimmig durchgewinkt. Bis es um das JHQ ging. In der Ratssitzung am 1. Oktober hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, die noch offenen Fragen rund um die Anmietung des JHQ für ein Festival mit dem Land NRW, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und Konzertveranstalter Marek Lieberberg zu klären. Inzwischen ist bekannt, dass ein Festival zumindest im kommenden Jahr nicht stattfinden wird, trotzdem sind die Fragen um ein späteres Festival und weitere Nutzungen des JHQ weiterhin offen.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners brachte zunächst eine neue Nachricht; die ihn kurz zuvor aus dem Haushaltsausschuss des Bundestages erreicht hatte: Ab dem 1. Januar 2015 werden so genannte Konversionsflächen für die Erstunterbringung von Flüchtlingen kostenfrei an die Kommunen abgegeben. Das gelte zunächst verbindlich für das kommende Jahr, so der Oberbürgermeister. „Die Stadt muss keine Miete zahlen“. In Sachen Festival im JHQ, wolle Konzertveranstalter Lieberberg für 2016 mit der Stadt im Gespräch bleiben, so Reiners.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Karl Sasserath äußerte Zweifel daran, dass überhaupt jemals ein Festival in der ursprünglich geplanten Qualität zustande komme, das es rechtfertige in der Sache so weiter zu diskutieren. Parteikollege Dr. Gerd Brenner hatte zuvor bereits nach dem bisherigen Personalaufwand zu dem Thema gefragt und erinnerte daran, dass Marek Lieberberg selbst geäußert habe, dass der Festivalmarkt „erhitzt“ sei, was soviel heiße, wie dass es sich nicht rechne. „Vielleicht sollten wir das Thema JHQ auf Null stellen und dort weiter diskutieren, wo wir vor Lieberberg aufgehört haben“, so Sasserath. Er warnte vor einem „planlosen Prozess, den wir nicht überschauen können“ und verglich die Festivalfrage mit einem „toten Pferd“ von dem man besser absteigen solle.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Peter Schlegelmilch hielt dagegen, es sei noch alles offen. Das JHQ berge Chancen und Möglichkeiten für die Bürger und das Thema Festival gehöre da auch mit auf die Tagesordnung. SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs pflichtete bei „wir sind nicht bei Null gestartet bei der Diskussion um das Festival“. Man sei jetzt an einem Punkt angelangt, an dem man resümieren müsse.

(Report Anzeigenblatt)