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Das Projekt „Frauen Sprach Café“ im Belting-Treff ist für Frauen mit Migrationshintergrund
Ort der kulturellen Begegnung

Das Projekt „Frauen Sprach Café“ im Belting-Treff ist für Frauen mit Migrationshintergrund: Ort der kulturellen Begegnung
Betreuerin Mirnije Azizaj (Mitte 1. Reihe) mit den Teilnehmerinnen, sowie Sigrid Verleysdonk-Simons (2. Reihe, 3.v.l.), Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Real der Hochschule Niederrhein und Sigrun Hövelmann (3. Reihe, r.) von der GWSG. FOTO: Reichartz
Venn-Beltinghoven (cc). Am 8. Januar ist im Belting-Treff das Projekt „Frauen Sprach-Café“ für Frauen mit Migrationshintergrund gestartet. Dieser niederschwellige Sprachorientierungskurs findet einmal die Woche statt und dient der Integration ausländischer Frauen. Von Christina Reineke

„Die meisten Frauen wohnen schon viele Jahre hier, aber tun sich mit der deutschen Sprache schwer. Das Sprechen ist oft weniger das Problem, als das Lesen, deshalb muss man ihnen erst einmal das deutsche Alphabet beibringen“, erklärt die Betreuerin des neu initiierten „Frauen Sprach-Café“ im Belting-Treff am Berthold-Brecht-Platz 12, Mirnije Azizaj. Sie selbst kennt die Hemmschwellen und Schwierigkeiten, wenn man neu in einem Land ist, denn sie floh mit ihren vier Kindern aus dem Kosovo nach Deutschland. Mittlerweile ist Azizaj Studentin der Sozialen Arbeit an der Hochschule Niederrhein und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Bildungsarbeit für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte. So arbeitet sie zum Beispiel ehrenamtlich im Frauennetzwerk Neuss. Das „Frauen Sprach-Cafè“ betreut sie im Rahmen ihres Studiums in ihrem Praxissemester. „Derzeit besuchen uns 16 Frauen, die trotz unterschiedlicher Herkunft dieselben Probleme haben: Sie finden einfach keinen Anschluss, haben keine sozialen Kontakte und sind darüber sehr traurig. Hier im Belting-Treff können sie sich kennenlernen, sich austauschen und gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse verbessern. So überwinden sie ihre natürlichen Hemmschwellen“, so Azizaj. Dies geschieht beispielsweise durch eine wöchentliche Vorstellungsrunde auf deutsch oder durch Rollenspiele im Sinne von „Wie verhalte ich mich bei einem Behördengang richtig?“ Angelehnt ist der Kurs an die Konzeption des Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge, aber nicht vergleichbar mit einem strikten Sprachkurs.

Das Projekt hat das Ziel, ein interkultureller Begegnungsort zu werden, der kognitive, soziale und kulturelle Kompetenzen der Frauen fördert. Das Angebot ist für die Teilnehmerinnen kostenlos, auch weil die Räume im Belting-Treff von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWSG für das Projekt kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Erstmal ist das Sprach-Café bis Ende Mai sicher, dann beginnt Azizaj wieder mit ihrem Studium und es muss eine neue Betreuerin gefunden werden. „Das Frauen Sprach-Café ist wie eine Bombe eingeschlagen hier, deshalb möchten wir es auch ab Juni unbedingt weiterführen. Wir müssen sehen, ob ein neuer Student die Betreuung übernimmt oder ob wir Fördermittel für diese Stelle erhalten. Uns ist es schon wichtig, dass die Gruppe eine Betreuerin behält und nicht auf sich allein gestellt bleibt“, betont Sigrid Verleysdonk-Simons, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Real der Hochschule Niederrhein.

Ideen und Wünsche für die Zukunft haben die Teilnehmerinnen genug. Zum Beispiel möchten sie einmal im Monat ein internationales Kochen mit allen einführen, so dass jede ihr Land von der kulinarischen Seite zeigen kann. Derzeit fehlt dafür jedoch die entsprechende Küche. „Es wäre schön, wenn wir einen oder mehrere Unterstützer finden könnten, die uns Elektrogeräte und Utensilien für eine Küche zur Verfügung stellen. Bisher waren wir bei der Suche erfolglos“, sagt Sigrun Hövelmann von der GWSG Mönchengladbach.

Das Projekt „Belting-Treff“ wird im Rahmen des Sozial- und Quartiersmanagement der GWSG und von der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Sozialwesen, Kompetenzzentrum Real mit betreut und begleitet.

(Report Anzeigenblatt)