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Paten stärken Eltern und Kinder

Paten stärken Eltern und Kinder
Sind alle von dem Projekt Familienpaten Sankt Vitus“ überzeugt: Walburga Iseken, Wolfgang Mahn, Thi Thuang Loan Vu, Mutter von zwei Patenkindern, Karl-Heinz Ewalds, ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Caritas-Beratung, Renate Stappen (v. l), Lorin Ismail und Günter Stappen mit einem seiner Patenkinder (vorne). FOTO: Andreas Baum
Eicken (sk). Im vergangenen Herbst startete die Pfarre St. Vitus und der Caritasverband Region Mönchengladbach das Projekt "Familienpaten St. Vitus". Neue Paten werden wieder gesucht. Von Simone Krakau

Für Renate und Günter Stappen sind die beiden siebenjährigen Vu-Zwillinge fast schon so wie Enkelkinder. Gemeinsam erkunden sie die Natur und Lesen und Spielen zusammen. Einen richtig guten Draht haben die beiden Rentner zu den lebhaften Kids aufgebaut. "Sie sind uns ans Herz gewachsen und geben uns mindestens genauso viel, wie wir ihnen geben", sagt Renate Stappen. Im vergangenen Herbst nahm Familie Stappen bei der Qualifizierungsreihe im Rahmen des Familienpaten-Projekts der Pfarre St. Vitus teil. Die Paten sollen Familien entlasten, sind Helfer und Vertrauensperson, genauso wie Ansprechpartner und Begleiter in verschiedenstens Situationen. Derzeit werden fünf Familien von sechs Patinnen und Paten betreut. Alle bisher betreuten Familien sind Migranten: Drei stammen aus Vietnam, eine aus Polen und eine aus dem Kongo. "Mit dem Projekt sollen Perspektiven für die Familien geschaffen werden, die vielleicht noch nicht so stark integriert sind", erklärt Wolfgang Mahn, Gemeindereferent der Pfarre St. Vitus. "Die Eltern und auch die Kinder sollen durch den Kontakt zu den Paten gestärkt werden."

Die 23-jährige Lorin Ismail kümmert sich einmal die Woche für ein paar Stunden um eine Fünftklässlerin mit vietnamesischem Migrationshintergrund. Die Mutter muss sich um drei kleine Kinder kümmern, der Vater arbeitet auch oft an den Wochenenden. Ismail versucht auf die Wünsche ihres Patenkindes einzugehen, bringt ihr die neue Heimat und Sprache näher und versucht die Zeit, die sie mit ihr verbringt, frei von Druck zu gestalten. Aber auch einen Elternabend in der Schule hat sie schon besucht, als die Mutter dabei war, ihr Kind zur Welt zu bringen. Ismail selbst kam im Alter von fünf Jahren mit ihrer Familie von Syrien nach Deutschland und kann verstehen, wie die Familie sich fühlt. "Damals im Übergangswohnheim klopften Gemeindemitglieder an unsere Tür und gaben mir das Gefühl angekommen zu sein", erzählt Ismail. Und genau das möchte sie an die gesamte Familie zurückgeben.

Gemeinsam mit Walburga Iseken vom Caritasverband versucht Mahn nun weitere Familienpaten zu gewinnen. "Derzeit sind es nur fünf Familien – aber der Bedarf ist ganz sicher größer", so Mahn. Als Pate sollte man zwei bis drei Stunden Zeit pro Woche für die Familie aufbringen können und über Erfahrungen mit Kindern verfügen. Bevor es in die Familien geht, werden die Paten geschult und auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet. Auch während des Engagements werden die Paten begleitet. "Einmal im Monat laden wir zu einem Austauschtreffen ein", sagt Iseken.

(Report Anzeigenblatt)