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Prinz, Wassermann und eine Prise Kafka

Prinz, Wassermann und eine Prise Kafka
Sabine Reder (l.) und Claudia Uebach-Pott stellten das Mönchengladbacher Programm für das Spielarten-Festival vor.
Mönchengladbach (ysl). Das Kinder- und Jugendtheaterfestival „Spielarten“ findet ab Sonntag, 13. September, in zehn Städten NRWs statt. Fünf der elf Stücke werden in der Vitusstadt im BIS – Zentrum für offene Kulturarbeit – gespielt. Von Yvonne Simeonidis

„In diesem Jahr haben wir die Ehre, Gastgeber der offiziellen Eröffnung zu sein“, erklärt Claudia Uebach-Pott. Sie ist im BIS verantwortlich für die Bereiche Kinder und Literatur und gehört auch zur Gruppe derer, die entscheiden, welche Theaterstücke bei „Spielarten“ gezeigt werden. „Von den insgesamt 35 Produktionen habe ich mir in diesem Jahr 26 angesehen“, fasst Uebach-Pott zusammen, „wir haben diesmal eine wirklich abwechslungsreiche Mischung: Märchen, Performance, ein Live-Hörspiel, ein Schattenspiel und eine wirklich schrille, abgefahrene Umsetzung von Kafkas ’Prozess’.“ Vom Kindergartenkind („Schreimutter“, Mittwoch, 16. September, 11 Uhr) bis zum Jugendlichen („Kafka – der Prozess“, Freitag, 18. September, 19 Uhr) ist auch eine große Altersspanne abgedeckt.

Zum Auftakt des Festivals, das neben Mönchengladbach auch in Köln, Pulheim, Herne, Bergheim, Duisburg, Mettmann, Paderborn, Viersen und Düsseldorf stattfindet, wird am Sonntag, 13. September, um 16 Uhr „Der kleine Wassermann“ nach Ottfried Preußler für Kinder ab vier Jahren aufgeführt. Das junge Ensemble „Toboso“ bringt Preußlers Märchen als Live-Hörspiel auf die Bühne. „Die Gruppe verwandelt unseren Theatersaal in eine richtige Unterwasserwelt“, zeigt sich Uebach-Pott begeistert. All dies erzielt die Produktion mit cleveren Lichtinstallationen. Bei der Eröffnung wird auch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zugegen sein.

Für Kinder ab fünf Jahren gibt es am Dienstag, 15. September, um 11 Uhr die Geschichte „Vom Prinzen, der auszog die Liebe zu finden“ nach dem Märchen „De verliefde Prins“ von Ron Langenus. „Das Theater mini-art verwandelt hier Einfaches in wunderschöne Poesie“, schwärmt Uebach-Pott. Da werden aus den Schauspielern Prinzen und Drachen streifen über die Bühne.

Die kleinsten Besucher, ab drei Jahren, werden ihre Freude an „Schreimutter“ haben. Mit cleverem Schattenspiel wird am Mittwoch, 16. September, um 11 Uhr die Geschichte vom kleinen Pinguin erzählt, der „auseinander geflogen“ ist und nun seine Körperteile wiederfinden muss.

Zwischen „Hausaufgaben, Straße, Beruf und Ruhestand“ fragten hengelabeggproduktionen Menschen nach ihren Erfahrungen mit Zeit, Geld und Glück. Daraus ist die Performance „Kein Märchen. Ein Stück über die Zeit. Und das Geld. Und das Glück?“ entstanden, die am Donnerstag, 17. September, um 11 Uhr aufgeführt wird.

„Kafka – der Prozess“ bildet am Freitag, 18. September, um 19 Uhr den Abschluss der „Spielarten“ für Jugendliche ab 15 Jahren. „Selbst Menschen, die Kafka hassen, werden ihn nach dieser Inszenierung lieben“, ist sich Uebach-Pott sicher.

Kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, wird „Flugversuche“ aufgeführt. Ein Nachholtermin der „Spielarten“ 2014.

(Report Anzeigenblatt)