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Reiners: Da ist Musik drin

Reiners: Da ist Musik drin
Ein Beispiel, wie man die Häuser auf der Ostseite des Alten Marktes optisch aufwerten könnte. Foto FOTO: Stadt Mönchengladbach
Stadtmitte. Mönchengladbachs City soll schöner werden. Wie, dazu sollte sich die Verwaltung im Auftrag des Rates Gedanken machen. Jetzt liegt mit dem ersten Zwischenbericht eine Diskussionsgrundlage vor, die heute in der Bezirksvertretungssitzung Nord Thema ist. Von Ulrike Mooz

Mönchengladbachs Bauwerke haben im Krieg einiges abbekommen. Danach wurde eilig und billig und offenbar auch an einigen Stellen mit weniger Fingerspitzengefühl als in manch anderer Stadt wieder aufgebaut. „Es gibt Bereiche, die aussehen, als wäre der Krieg gerade erst vorbei“, sagt Sebastian Lieser vom Fachbereich Stadtentwicklung und Planung bei der Stadt. Dass man in Mönchengladbach vor allem auf die autogerechte Stadt gesetzt habe, habe das Ganze nicht besser gemacht. „Wir müssen reparieren, was durch die autogerechte Stadt passierte ist“, sagt er. Anknüpfen an das historische Stadtbild von Mönchengladbach, Aufwertung durch Betonung von Besonderheiten und Aufräumen im Schilder- und Werbetafel-Wald - das sind die Maßnahmen, die Lieser und Kollege Taco de Marie in einem Pressegespräch am letzten Mittwoch vorstellten. Mönchengladbach soll dadurch mehr Lebens- und Verweilqualität bekommen. Betroffen sind vor allem die Bereiche Altstadt, Hans-Jonas-Park und Gladbachtal.

„Wir müssen das Stadtbild klarer machen und aufräumen“, sagt Taco de Marie, „wir wollen Identifikation erreichen, das Leitbild Altstadt stärken“. Nicht nur Werbetafeln und zu viele Verkehrsschilder versperrten teilweise schöne Objekte, sondern auch oft jahrelang andauernde Matschparkplatz-Bauzaun-Notlösungen auf unbebauten Grundstücken.

Die beiden Fachmänner zeigten Lösungen aus anderen Städten, in denen man Fassaden nachempfunden, Baustile imitiert oder wenigstens in Bauhöhe und Struktur Modernes den alten Häuserzeilen angepasst hat. Auch von „luftigeren“ Grünanlagenlösungen und einem Stadtstrand am Geroweiher ist die Rede. Mönchengladbachs bauliche „Zahnlücken“ und zum Teil zu große Plätze hätten da noch einiges an Platz zu bieten. „Da ist noch eine Menge Musik drin, wenn man die Dinge mal angeht“, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

„Wir suchen nach Wegen, die nicht nur kosten, sondern auch Geld bringen“, erklärt Taco de Marie den Zwischenbericht.

(StadtSpiegel)