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Rettungsdecken für Obdachlose

Mönchengladbach (df). Die Nächte werden immer kälter, der erste Frost kann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Gerade für Obdachlose ist der Winter ein Kampf ums Überleben. Die „Give Back Initiative MG“ will mit Rettungsdecken helfen. Von David Friederichs

Besonders dick fühlen sie sich nicht an, doch sie wärmen ungemein. Die gold-silbernen Rettungsdecken, die in jedem Verbandskasten zu finden sind, können Leben retten, nicht nur nach einem Unfall, sondern auch das der zahlreichen Obdachlosen, für die der Kampf ums Überleben in jedem Winter aufs Neue beginnt.

Was es heißt zu frieren, das weiß auch Sabine Wester. Anfang diesen Jahres machte sie sich zu Fuß auf den Weg von Mönchengladbach über München nach Berlin. „Ich habe am eigenen Leib erfahren was es heißt, eiskalt, nass und frierend schlafen zu müssen“, sagt sie rückblickend. Dabei hatte sie noch ein Zelt, Schlafsack und eine Rettungsdecke, ein Luxus, den viele Obdachlosen nicht haben. „Ich durfte erleben, wie im wahrsten Sinne des Wortes rettend diese Rettungsdecken sind.“

Zusammen mit der „Give Back Initiative MG“ will sie nun Rettungsdecken sammeln und diese an Obdachlose verteilen. Seit zwei Jahren zieht die Initiative unter der ehrenamtlichen Leitung von Thomas Steinbach mit einigen Bollerwagen durch die Mönchengladbacher Innenstadt und sucht Obdachlose auf, verteilt Mahlzeiten oder Hygieneartikel, aber auch Kleidung. Bei den nächsten beiden „Give Back Days“ am 26. November und 24. Dezember sollen nun auch Rettungsdecken mit „im Gepäck“ sein. „Vielleicht gibt es ja Leute, die noch alte Verbandskästen zu Hause haben, oder die Decke liegt seit Jahren im Medizinschränkchen“, hofft Wester. Je mehr Rettungsdecken zusammen kommen, desto mehr Obdachlosen kann geholfen werden. „Natürlich werden auch normale Decken, Schlafsäcke, Handwärmer oder ausrangierte Winterkleidung benötigt“, so Wester. „Wir freuen uns über jede kleine Hilfe.“

(Report Anzeigenblatt)