| 11.01 Uhr

RYckbesinnung? Nö!

RYckbesinnung? Nö!
Für die Wiedereinführung des RY-Kennzeichens: Marcel Fornacon, Renier Königs und Sabine Kerkhoff. FOTO: Andreas Baum
Rheydt. Lange Zeit galten die Fans des alten Rheydter Autokennzeichens als ewig Gestrige, die sich mit der Gebietsreform von 1975 nicht abfinden können. Die neue Initiative „Wir wollen das RY-Kennzeichen zurück“, ist von jungen Leuten gegründet, die Rheydt einfach cool finden und das auch zeigen möchten. Von Ulrike Mooz

Ein alter Mercedes /8 aus den 70er Jahren ist das Lieblingsstück von Renier Königs. Das alte Schätzchen ist heute ein echter Hingucker und perfekt wäre er, wenn er jetzt noch, wie Anno dazumal, so ein altes RY-Autokennzeichen hätte, wie es vor der kommunalen Neugliederung 1975 normal war, und wie es Königs’ Opa noch vor kurzem am Auto hatte. Doch das, so haben die Stadtväter gerade vor vier Jahren im Rat entschieden, passe nicht zu dem gesamtmönchengladbacher Ziel, die Zukunft der Stadt als Einheit zu formen. „Die CDU ist davon überzeugt, dass Zeichen der Trennung, wie sie auch unterschiedliche KFZ-Kennzeichen darstellen, der gemeinsamen Arbeit aller Mönchengladbacher an diesem historischen Projekt nicht dienlich sind“, sagt Fabian Eickstädt, Fraktionsgeschäftsführer der CDU.

Renier Königs und seine Freunde wollen das nicht hinnehmen und haben auf Facebook die Petition „Wir wollen das RY-Kennzeichen zurück“ gegründet, die inzwischen 837 Leute geliked haben. „Wir sind einfach Fans von Rheydt“, sagt Marcel Fornacon, der zu den Initiatoren der Petition gehört. Mit mangelnder Flexibilität und ewiger Gestrigkeit kann das Ansinnen der Mittzwanziger schon aus Altersgründen kaum zu tun haben. Sie finden nur einfach cool, was in manch anderer Stadt längst augenzwinkernd wieder erlaubt worden ist. So gibt es als Wunschkennzeichen KK für Kempen und JÜL für Jülich wieder, oder MON für Monschau...

Die SPD sieht’s locker und findet, dass nach so langer Zeit das Kennzeichen kein Signal der Rückbesinnung mehr sei, sondern vielmehr Ausdruck von Heimatverbundenheit. „Wir wollen den Menschen in Mönchengladbach nichts vorenthalten, was in vielen anderen Städten und Kreisen wieder möglich ist“, sagt SPD-Vorsitzender Felix Heinrichs.

(StadtSpiegel)