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Sauberkeit wird belohnt

Sauberkeit wird belohnt
Die Gemeinschaftsgrundschule Beckrath freute sich über den ersten Platz beim Wettbewerb „Sauber Schule in Mönchengladbach“. Mirja Boes (m.) und Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (l.) übergaben den Preis. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Sauberkeit und Umweltschutz - damit kann man sich gar nicht früh genug beschäftigen. Deshalb hatte die GEM zusammen mit dem Fachbereich Schule und Sport den Wettbewerb „Saubere Schule in Mönchengladbach“ ins Leben gerufen. Jetzt wurden sieben Schulen mit Preisen belohnt. Von David Friederichs

„Kann mir jemand sagen was das hier ist?“ Jutta Schmitz von der GEM hält einen schwarzen Plastikbeutel nach oben. Sofort schnellen die Hände nach oben und ein blondes Mädchen in der ersten Reihe sagt selbstbewusst „Kacktüte“. Kurzes Gelächter geht durch den großen Versammlungsraum der GEM, in dem rund 160 Schüler und Lehrer sitzen. Etwas feiner nennt man es Hundekot-Beutel, doch das spielt an dieser Stelle keine Rolle. Denn es geht um die Sache, um Sauberkeit in und um die Schulen in der Stadt. Daher hatte die GEM zusammen mit dem Fachbereich Schule und Sport im Mai des Jahres alle Schulen aufgefordert, sich am Wettbewerb „Saubere Schule in Mönchengladbach“ zu beteiligen. Immerhin sieben Schulen nahmen das Angebot an und entwickelten zahlreiche kreative und nachhaltige Projekte, um in ihrer Schule Umweltbewusstsein und Sauberkeit zu fördern. Die „Kacktüte“ beispielsweise war Hauptbestandteil des Projekts der Katholischen Grundschule Uedding. Die Schüler ärgerten sich so über die Hinterlassenschaften der Hunde auf dem Schulweg, dass sie eine Protestdemonstration auf den Gehwegen gegen Hundekot veranstalteten und auch seit 2014 einen Patenschaft für eine so genannte Belloo-Box haben. Auch wenn dies nur zum siebten Platz und damit einem Preisgeld von 500 Euro reichte, so waren auch sie Sieger. „Hier ist jeder ein Gewinner. Schließlich tragen alle Aktionen dazu bei, dass es an den Schulen sauberer ist“, sagt Schmitz.

Ihren Preis bekamen die Schulen aus den Händen von Mirja Boes, die sich als Schirmherrin der Aktion gerne zur Verfügung stellte. „Wichtig ist, dass wir alle erkennen, welchen Beitrag jeder von uns leisten kann, um eine lebenswerte Umwelt zu schaffen und zu erhalten“, sagte die Komikerin und Schauspielerin.

Die Aktionen der Schulen waren kreativ und umfangreich. Die Gemeinschaftsgrundschule in Beckrath, die von der siebenköpfigen Jury mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurde, hatte gleich einen ganzen Maßnahmenkatalog erstellt. Von Energiespartipps, über Nistkästen zum Artenschutz bis hin zum fast vollständigen Vermeiden von Restmüll reichte die eingereichte Dokumentation. So gibt es selbst bei Festen kein Einweggeschirr, alles Essbare wir in Brotdosen verpackt, Getränke werden aus Glasflaschen in mitgebrachte Trinkflaschen umgefüllt. In großen Sammelkisten werden seit zwei Jahren Materialien, die sonst im Müll landen würden, für Bastelaktionen aufbewahrt. „Die Lehrer gehen als Vorbild voran und räumen ihr Lehrerzimmer auf, wenn die Schüler die Klassenzimmer säubern“, berichtet Schmitz.

Herausragend ist auch das Engagement der Annaschule, die klare Aufgaben für Erst-, Zweit- und Drittklässler hat, eine Müllmodenschau veranstaltete und eine „Müllpolizei“ als Klassendienst einrichtete. Die Förderschule Dahlener Straße wurde für das Upcycling, also den Bau von Möbeln aus Resthölzern, Paletten und Sperrmüll, ausgezeichnet.

Insgesamt überreichte die GEM Preisgelder von 14 000 Euro. Und als wenn das als Gewinn nicht genug wäre, setzte Mirja Boes mit einem Augenzwinkern noch einen oben drauf. „Als Schirmherrin komme ich bei euch allen zu Hause vorbei und gucke, ob ihr auch eure Kinderzimmer sauber haltet.“

(Report Anzeigenblatt)