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Schon wieder Ebbe im Teich

Schon wieder Ebbe im Teich
„Der Teich ist ein Natur-Kleinod und Lebensraum für Tiere“, finden die „Teichhühner“ Gerlinde Hölterscheidt (l.) und Marlies Winkler und Anwohner Hubert Neikes. FOTO: Andreas Baum
Rheydt. Noch im April sah es aus, als wenn der Teich am Katharinenhof nach langem Hin und Her gerettet wäre, doch die Teich-Geschichte ist noch nicht zu Ende. Jetzt ist der Teichboden durchlässig und es muss immer wieder für viel Geld nachgefüllt werden. Anwohner und der Förderverein Schmölderpark kämpfen für eine Abdichtung. Von Ulrike Mooz

Er ist Kulisse für entspannende Spaziergänge, könnte Heimat für Fische und Enten sein und gibt der benachbarten Wohnsiedlung etwas Besonderes. Aber der beliebte Bauernteich am Katharinenhof führt mal wieder nur zwölf Zentimeter Wasser, der Rest ist Mocke, weil der Teichboden durchlässig ist und das Wasser immer wieder versickert. In den Sommermonaten weht deshalb auch ein unschönes Lüftchen - je leerer, desto intensiver.

Seit über 20 Jahren kämpft der kleine See ums Überleben, vielmehr seine Anwohner und der Förderverein Schmölderpark. "Ich kenne den Teich seit Kindheitstagen", sagt Anliegerin Marlies Winkler, und ihre Neffen hätten darin schon Bötchen fahren lassen. Marlies Winkler gehört zu einem Damentrio des Fördervereins, das im Verein liebevoll "Teichhühner" genannt wird und sich zusammen mit Anwohnern seit Jahren für den Erhalt des Teiches eingesetzt.

Von mehreren Seiten gab es Engagement für den kleinen See. Die drei Teich-Frauen sammelten Spenden, es gab vergebliche Brunnenbohrungen und letztendlich wurden Rohre verlegt, um das Regenwasser vom Dach der Häuser 21 und 23 in den Teich zu leiten. Das schien die Lösung zu sein, doch die Wassermenge reicht nicht. Immer wieder muss der Förderverein mit Wasserspenden helfen, damit der Teich nicht zum Tümpel wird. Und immer wieder versickert es.

Aus Kostengründen war schon im Gespräch, den Teich zuzuschütten. Die drei Teichfrauen wollen das unbedingt verhindern und haben im Frühjahr 2013 die Initiative "Rettet den Katharinenhof-Teich" gegründet. "Der Teich ist ein Kleinod, nicht nur für die Anwohner des Katharinenhofs, sondern auch für viele Spaziergänger, Jogger, Mütter und Kinder, die jeden Tag hier ihren Schulweg gehen", sagt Marlies Winkler, die sich um den Teich auch als Lebensraum für Tiere sorgt. Doch das ständige Nachfüllen des Teiches schröpft die Vereinskasse. Anwohner Hubert Neikes hat ausgerechnet, dass bei dem ständigen Wasserverlust fast drei Millionen Liter Wasser im Jahr vonnöten sind, um den Teichpegel zu halten.
Die "Teichhühner" haben Ratsherr Karl-Heinz Schiffer, CDU, dessen Herz bekanntlich ganz intensiv für den Schmölderpark und seine Umgebung schlägt, mit ins Boot geholt. Er versucht nun auch, die Sache voran zu treiben. Schiffer hat bereits mit mehreren Entscheidern gesprochen und eine vielversprechende Lösung aufgetan: Gabriele Teufel, Vorstand beim städtischen Entsorgungsbetrieb Mags, hatte die Idee, Folie zur Teichabdichtung zu verwenden, wie sie in Mülldeponien zum Schutz des Erdreichs verwendet wird. "Die ist preiswert und hält 100 Jahre", so Karl-Heinz Schiffer. Etwa 70 000 Euro seien notwendig, um mit der Folie den hart umkämpften Teich endgültig vor dem Austrockenen zu retten, so Schiffer. "Es wäre unsinnig, wenn das nicht gemacht würde. Ich werde mich da besonders reinhängen", so Schiffer. Ob oder ob nicht, sei jetzt eine rein politische Frage. Einen "lieben Brief" an Stadtkämmerer Bernd Kuckels habe er auch schon geschrieben.

(Report Anzeigenblatt)