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Schwarze Zahlen und weiteres Potenzial

Schwarze Zahlen und weiteres Potenzial
Das Karstadtgebäude wurde 2015 von der EWMG gekauft und wird derzeit umgebaut. Noch bietet es eine Restmietfläche von 360 Quadratmetern. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Zum zweiten Mal in Folge schreibt die EWMG schwarze Zahlen im operativen Geschäft. Sowohl bei Gewerbe- als auch bei Baugrundstücken ist die Nachfrage aber höher als das Angebot. Von David Friederichs

Wer derzeit ein Baugrundstück in Mönchengladbach sucht, der hat es nicht einfach. Zum einen fehlen aktuell die Flächen, zum anderen müssen bestimmte Voraussetzungen nach einem vom Rat festgelegten Punktesystem erfüllt werden. Heißt: für junge Familien ohne Kinder sind die Chancen auf ein Baugrundstück derzeit fast gleich Null. „Viele weichen daher auf Baugebiete außerhalb Mönchengladbachs aus. Das ist aber nicht das, was wir wollen“, sagt Dr. Ulrich Schückhaus, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Dass es zu wenig Grundstücke gibt, wurde auf der Jahrespressekonferenz der EWMG deutlich. Während im Durchschnitt der letzten fünf Jahre 64 Grundstücke vermarktet werden konnten, waren es 2015 nur 46, Bewerber gab allerdings mehr als 200. Und auch für das kommende Jahr ist bereits jetzt klar, dass das Jahresmittel nicht erreicht wird. „Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran“, versichert Schückhaus. 60 bis 80 Grundstücke sollen ab 2017 in jeweils zwei räumlich getrennten Baugebieten pro Jahr an Mann und Frau gebracht werden. „Wir haben über die Stadt verteilt einiges in Bewegung, es wird sich etwas tun“, versichert auch der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Peter Vennen. Denn Mönchengladbach profitiert weiter vom überhitzten Markt in Düsseldorf mit wenigen und überteuerten Grundstücken.

Insgesamt wurden in 2015 rund 28,1 Millionen Euro mit An- und Verkäufen von Stadt und EWMG umgesetzt, der Überschuss vor Steuern beläuft sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Große strategische Ankäufe im Bereich der Gewerbeimmobilien waren im letzten Jahr insbesondere das Karstadtgebäude in Rheydt und das Vituscenter am Bahnhof. Bis Juli 2016 sollen Verwaltungseinheiten und ein bürgernahes Servicecenter fertig sein, außerdem bleibt noch Restfläche für Einzelhandel, über dessen Verteilung nach dem Einzug entschieden wird. Ebenfalls noch Restmietfläche gibt es im Karstadtgebäude, in dem neben Karstadt und Aldi noch vor dem Weihnachtsgeschäft (Plan Oktober) Rossmann und Action einziehen werden. Wer dann noch dazu kommt, muss die Angebotspalette ergänzen. „Die Gespräche dazu laufen“, so Schückhaus.

Für die Zukunft stehen noch weitere Projekte an, die möglichst zeitnah angegangen werden sollen. „Wir müssen mit unseren Großprojekten in drei Jahren am Markt sein“, weiß auch Dr. Gregor Bonin, Geschäftsführer EWMG und Technischer Beigeordneter der Stadt. Dazu gehört auch das Areal der City-Ost. „Solche Flächen in Zentrumsnähe gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen nicht. Entsprechend attraktiv ist Mönchengladbach auch

für Investoren von außerhalb“, so Bonin.

(Report Anzeigenblatt)