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Viermaliger Formel 1 Weltmeister zu Gast bei der Santander Bank – Austausch mit Studenten vom Racing Team
Sebastian Vettel hat Gefühl im Po

Mönchengladbach (df). Die Zentrale der Santander Bank in Mönchengladbach platze am Donnerstag fast aus allen Nähten. Schließlich hatte sich hoher Besuch angekündigt. Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel war zu Gast und tauschte sich mit Studenten der Hochschule Niederrhein aus, die mit ihrem Racing-Team an der Formula Student teilnehmen. Von David Friederichs

Dennis Heuken machte aus seiner Aufregung keinen Hehl. „Ich bekomm bestimmt kein Wort heraus“, sagte der Student der Hochschule Niederrhein und Mitglied des Formula-Student-Teams der Hochschule Niederrhein. Gemeinsam mit vier seiner Mitstreiter, Marco Limbach, Cedric Germes, Matthias Labecki und Teamleiter Florian Büchner, wartete er ganz gespannt auf den großen Moment und das Treffen mit dem viermaligen Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel. Natürlich durfte da auch der von ihnen gebaute Rennwagen nicht fehlen, mit dem sie am internationalen Wettbewerb Formula Student teilnehmen.

Als dann Vettel im roten Ferrari Pullover und entsprechender Kappe schließlich da war, konnte man das Funkeln in den Augen erkennen. Natürlich waren es insbesondere technische Fragen, die den Studieren unter den Nägeln brannten. Beispielsweise welche Daten bei der Auswertung besonders wichtig seien. „Wichtigste ist, was ich in meinem Po spüre“, sorgte Vettel und sorgte mit seiner Antwort dann gleich für lockere Stimmung. Bei der Sitzprobe fand Vettel durchaus lobende Worte für den Wagen der Mönchengladbacher Studenten. „Gerade die etwas spartanische Ausstattung gefällt mir gut. Wenn es das Reglement erlaubt, würde ich die Sitzposition etwas weiter nach unten verlegen“, gab es dann gleich noch einen Tipp vom Weltmeister.

Rund ein dreiviertel Jahr bauen die Studenten an einem Boliden, die Kosten pro Saison belaufen sich auf einen Betrag im sechsstelligen Bereich. „Wir bauen gerade an unserem vierten Wagen. Nachdem wir in den Jahren zuvor immer komplett bei Null gestartet sind, dient der Vorjahreswagen nun als Basis für das vierte Modell“, erläutert Teamleiter Florian Büchner. In statischen und dynamischen Disziplinen messen sich die Studenten mit anderen Teams. Die statischen Disziplinen umfassen unter anderen die Planung und die Kosteneffizienz beim Bau der Boliden, in den dynamischen Disziplinen werden auf der Strecke Beschleunigungs- und Langstreckentests gemacht, um Punkte zu sammeln. Im vergangenen Jahr gab es in Moskau sogar den ersten Sieg für die Mönchengladbacher Studenten.

Rund 55 Studierende gehören dem Racing-Team an, das Kernteam umfasst etwa 25 Nachwuchsingenieure. 90 Prozent des Wagen werden dabei von den Studenten selber gebaut.

Und einer dieser Studenten darf bald weitere Erfahrungen sammeln und zwar direkt bei der Scuderia Ferrari. Denn die Santander Consumer Bank hat als einer der Hauptsponsoren des Rennstalls einen Praktikumsplatz in Maranello organisiert. „Das ist eine super Chance, sich vor Ort die Arbeit eines Formel 1 Teams anzuschauen und Einblicke in die professionelle Arbeitsweise zu erhalten“, sagt Prof. Dr. Michael Heber, der als Dozent das Projekt begleitet.

Nach 20 Minuten hieß es dann aber schon wieder Abscheid nehmen, auch wenn die Studenten sicherlich noch hunderte Fragen an Sebastian Vettel hätten stellen können. Schließlich startet in der kommenden Woche die neue Formel 1 Saison im australischen Melbourne. Und mit seinem neuen Arbeitgeber Ferrari hat der Heppenheimer viel vor. „Natürlich geht Mercedes als Favorit in die Saison, aber die anderen Team haben glaube ich ein Stück weit aufholen können. Wir wollen wieder zweite Kraft werden“, so Vettel. Inwieweit die positiven Eindrücke aus den Tests sich auch in Ergebnissen niederschlagen werden, zeige sich aber erst in den Rennen. Einen Namen für seinen neuen Wagen, hat Vettel derweil noch nicht. „Es wird sicherlich ein italienischer Name werden, den werden wir uns aber erst in der kommenden Woche überlegen.“

(Report Anzeigenblatt)