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Ehrenamtliche Ausbildung zum Patientenbegleiter startet ab Januar in Mönchengladbach
Senioren helfend zur Seite stehen

Ehrenamtliche Ausbildung zum Patientenbegleiter startet ab Januar in Mönchengladbach: Senioren helfend zur Seite stehen
Ein starkes Team: Vanessa Thienenkamp, Verantwortliche für die Schulungsreihe, Gemeindereferent Wolfgang Mahn, Angelika Noll vom Fachbereich Altenhilfe und Maria Hordan-Neuhausen, Leiterin der ökumenischen Begegnungsstätte Eicken. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach (cc). Senioren bei Facharztbesuchen oder stationären Aufenthalten zur Seite stehen. Dafür werden jetzt Freiwillige gesucht, die eine ehrenamtliche Ausbildung zum Patientenbegleiter machen möchten. Von Christina Reineke

Ältere und alleinstehende Menschen brauchen in ihrem Alltag häufig Hilfestellungen, fühlen sich überfordert oder auch gelangweilt. Nicht immer können sich Angehörige um ihre Eltern oder Großeltern kümmern, weil sie beispielsweise in einem anderen Ort wohnen oder unflexible Arbeitszeiten haben. Aus diesem Grund wurde 2008 das Projekt „FridA“ (Freiwillige in der Alltagsbegleitung) ins Leben gerufen. Dabei erhalten Freiwillige eine Qualifikation für die stundenweise Betreuung von älteren Mitbürgern. „Derzeit haben wir zwölf Ehrenamtler bei FridA, die sich je um einen Senior kümmern. Dabei lesen Sie zum Beispiel aus der Tageszeitung vor, begleiten bei Einkäufen oder Behördengängen oder machen auch mal gemeinsame Spaziergänge. Es geht einfach darum für die älteren Menschen für ein paar Stunden in der Woche da zu sein“, erklärt Leiterin Vanessa Thienenkamp. Der Bedarf ist da und weitet sich laut dem FridA-Team sogar noch aus. „Wir erhalten stets Anfragen nach Unterstützung, wenn Behandlungstermine beim Arzt anstehen oder ein Krankenhausaufenthalt nötig wird und der Umgang mit dieser Situation Ängste auslöst“, so Wolfgang Mahn, der als Gemeindereferent der Pfarre Sankt Vitus den Kontakt zu Senioren pflegt. Deshalb hat das Projekt-Team einen Weg gefunden diesen Wünschen nachzukommen. „FridA“ wurde vom Forschungsinstitut Geragogik in Witten ausgewählt, an einem Modellprojekt teilzunehmen, das eine Ergänzung zur bestehenden Versorgung von Senioren im Krankheitsfall darstellt. „Wir wollen freiwillige Patientenbegleiter ausbilden, die zu Terminen bei Fachärzten mitgehen oder rund um einen stationären Aufenthalt dem Patienten zur Seite stehen“, so Thienenkamp.

Wenn Senioren ins Krankenhaus müssen, verändere sich für sie der komplette Alltag und die gewohnte Umgebung. Da sei es gut, jemanden an seiner Seite zu wissen, der hilft und gegebenenfalls auch berät.

Und der Patientenbegleiter kann ebenfalls auf Hilfe zurückgreifen. In den letzten Jahren hat sich nämlich rund um „FridA“ ein wertvolles Netzwerk gebildet. Mit im Boot sitzen zum Beispiel das Amt für Altenhilfe, die Krankenhausseelsorge des Bethesda, der Pflegestützpunkt in Eicken und das Freiwilligen Zentrum.

Wer also als Patientenbegleiter tätig werden möchte, erhält vor dem Einsatz das nötige „Rüstzeug“ mit Ansprechpartnern, die wiederum auf ihre jahrelange Erfahrung zurückgreifen und so beratend tätig werden können.

An zehn Schulungsterminen erlangen die angehenden Patientenbegleiter Kenntnisse in Gesprächsführung und über das Gesundheitssystem im Allgemeinen – ebenso über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten im Krankheitsfall in der Stadt. Start der Schulungsreihe ist der 15. Januar 2015, jeweils donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr im Gemeindebüro St. Maria Rosenkranz, Bellstieg 45.

Für dieses verantwortungsvolle Ehrenamt kann sich zunächst jeder bewerben, insofern er zeitlich flexibel ist. „Eine wichtige Eigenschaft ist sicher auch Sensibilität. Man muss schon auf die Menschen eingehen und sich in ihre Situation versetzen können. Und natürlich muss es einem Freude bereiten“, sagt Mahn.

(Report Anzeigenblatt)