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Vier Tage Theater, ein Tag Bewerbungstraining: „JobAct“ hilft Arbeit suchenden Jugendlichen
Sich wieder orientieren

Im Jugendzentrum "Jukomm” stellten die 19 Arbeit suchenden jungen Menschen des Projekts "JobAct” der Jobcenter Mönchengladbach, Neuss, Viersen und Krefeld einen Ausschnitt des Theaterstücks "Wie meinst du das?” vor. Premiere ist am 16. März. Von Simone Krakau

 

Mönchengladbach. "Dann lach doch”, schreit eine Teilnehmerin bestimmt. Die andere redet von Liebe, der andere von Musik, die andere von ihrer Sehnsucht nach Anerkennung– jeder der 19 Teilnehmer wirft für ein paar Minuten das Licht auf sich und spricht über Ängste, Wünsche und Unsicherheiten. Unsicherheiten, die die Teilnehmer auch aus ihrem eigenen Leben kennen. Denn alle 19 Teilnehmer suchen Arbeit oder befinden sich in der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf, stecken fest in der Orientierungslosigkeit. In Zusammenarbeit mit den Jobcentern Mönchengladbach, Neuss, Viersen und Krefeld und mit dem Kooperationspartner Jugendförderungswerk Mönchengladbach, führt die Projektfabrik gGmbH das zehnmonatige Projekt für Arbeitsuchende in Mönchengladbach nun schon zum vierten Mal durch. "Wir haben jedes Jahr tolle Erfahrungen mit den jungen Leuten gemacht”, sagt Susanne Wartmann vom Jobcenter Mönchengladbach. "Vor allem ist es toll, die persönliche Entwicklung jedes einzelnen mitzubekommen und zu sehen, dass sie sich wieder orientieren.” Vier Monate lang haben die Teilnehmer 25 Stunden die Woche mit Theaterpädagogin Theresa Sukolowski von der Projektfabrik geprobt – für viele Teilnehmer ein außergewöhnlicher Weg, denn die meisten haben noch nie Bühnenluft geschnuppert. "Als mir beim Jobcenter angeboten wurde bei "JobAct "mitzumachen, war ich ehrlich gesagt skeptisch. Ich und Theater?”, erzählt Lars Niggemann aus Mönchengladbach. "Doch mir hat es schnell viel Spaß gemacht. Mir fällt es vor allem viel einfacher zu sprechen.” Mit der Erarbeitung des Theaterstücks sollen die Arbeit suchenden Teilnehmer Schlüsselkompetenzen entwickeln und trainiert werden. "Die Teilnahme erfordert viel Disziplin, Teamfähigkeit und auch Eigeninitiative – und das wollen wir bei "JobAct" auch vermitteln”, so Sukolowski. Aber nicht nur das Theater spielen gehört bei dem Projekt dazu. Kombiniert wird der künstlerische Teil mit klassischem Bewerbungstraining. Also vier Tage Theater, ein Tag Bewerbungstraining. Bis zur Premiere. Von da an beginnt für die jungen Leute die Praktikumsphase. Einmal die Woche findet dann noch ein Treffen statt, bei dem sie sich untereinander austauschen können und weiterhin sozialpädagogisch unterstützt werden. "Das Theaterstück ist ein positives Nebenprodukt. Ziel ist es, den richtigen beruflichen Weg zu finden”, betont Sukolowski. Stefanie Koch hat, dank "Job-Act", schon eine genaue Vorstellung ihrer beruflichen Zukunft: Theaterpädagogin werden. Die alleinerziehende Mutter einer zweijährigen Tochter sei durch das Projekt viel selbstbewusster geworden. Auch Dilara Sengöz hat ihren Weg schon gefunden und macht in der zweiten Phase des Projekts ein Praktikum in einer Tanzschule. Das sie es tänzerisch drauf hat, kann man bei der Premiere am 16. März live miterleben. Tanzeinlagen zu Hip Hop und "It's raining men" sorgen für Stimmung.

(Report Anzeigenblatt)