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Spürnase und Erfahrung

Spürnase und Erfahrung
In langer Reihe wird ein Fahrzeug nach dem anderen von den Polizeibeamten kontrolliert. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Am Mittwoch dieser Woche führte die Polizei Mönchengladbach eine großangelegte Verkehrskontrolle durch. Im Fokus standen dabei insbesondere Verkehrsteilnehmer, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen. Insgesamt gingen sechs Fahrer ins Netz. Von David Friederichs

Das Funkgerät steht kaum still. Immer wieder werden Nummernschilder und Fahrzeugtypen durchgegeben, die an der Kreuzung Aachener Straße/Liverpooler Allee herausgezogen werden. In einer lange Reihe, abgesperrt mit Pylonen, reiht sich ein Fahrzeug an das andere. Jeweils zwei Polizisten treten an die Wagen heran, verlangen Führerschein und Fahrzeugpapiere und nehmen die Fahrer ganz genau in Augenschein. „Die Kollegen achten insbesondere auf geweitete Pupillen und die Stimmung der Fahrzeughalter“, erklärt Achim Hendrix, Leiter der Verkehrsinspektion I. Denn die großangelegte Kontrolle hat in erster Linie ein Ziel: Fahrer herauszufiltern, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss am Steuer sitzen.

Warum überhaupt diese Kontrollen? In den letzten Jahren haben die Unfälle mit Fahrern unter Drogeneinfluss deutlich zugenommen, sind eine der Hauptunfallursachen auch in Mönchengladbach. Einmal im Quartal finden daher diese Kontrollen statt. Auch diesmal haben die Polizisten Erfolg. Sechs Fahrer werden mittels eines Schnelltests überführt, müssen anschließend mit auf die Wache zur Blutabnahme. „Für den Schnelltest haben wir zwei Möglichkeiten“, sagt Hendrix, „zum einen über einen Speicheltest, zum anderen über eine Urinprobe.“ Um die Intims phäre der Fahrer zu wahren, steht extra ein Dixi-Klo bereit.

Insgesamt 27 Polizeibeamte sind an diesem Tag von 12 bis 17 Uhr im Einsatz, er herrscht reger Betrieb. Die Verkehrsteilnehmer reagieren meist ruhig, was auch an der besonnenen Ansprache der Polizisten liegt. Natürlich ist der ein oder andere etwas ungehalten, doch das kennen die Kollegen.

Und wie erkennt man im fließenden Verkehr, wer ein möglicher „Sünder“ ist? „Das hat zum einen mit Bauchgefühl, zum anderen mit der Erfahrung zu tun“, verdeutlicht Hendrix. Es kann den jungen Fahrer eines alten VW Golfs ebenso treffen, wie den Manager in der Mercedes Limousine. Hendrix: „Verstöße gehen durch alle Altersklassen und gesellschaftliche Schichten. Es sind allerdings mehr Männer als Frauen unter den Sündern.“

Neben Drogenmissbrauch gingen bei der Kontrolle auch zwei Fahrer ins Netz, die ohne Fahrerlaubnis unterwegs waren. Besonders erschreckend: Ein Fahrer war mit seiner Familie nicht nur ohne Fahrerlaubnis unterwegs, sondern auch mit geklauten Nummernschildern und ohne Versicherung. Im Falle eines Unfalls eine sehr ungünstige Kombination, nicht nur für den Fahrer, sondern unter Umständen auch für die Gegenseite.

(Report Anzeigenblatt)