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Spielplatz-Kinder glücklich

Spielplatz-Kinder glücklich
Fürs Bild halten sie still, die Zwillinge Klara und Isabell von Vater Bernhard Küsters (l.); vor- und nachher tobten sie über den Spielplatz an der Holter Heide, den Marita Flocken, Georg Burghart und engagierte Bürger gerettet haben. FOTO: Klaus Schröder
Holt. Der Spielplatz an der Holter Heide ist doch nicht verloren. Lesen Sie, was die Anwohner mit einer Bürger-Aktion erreicht haben – vorbildlich für die ganze Stadt. Der Stadt Spiegel spielte auch eine kleine Rolle. Von Klaus Schröder

Klara und Isa rennen zur Rutsche und schreien sich die Freude aus dem Leib. Die sechsjährigen Zwillinge sind Nachbarn von Georg Burghart. Für sie und alle Kinder und Familien in der Nähe hat der Rentner die Ärmel hochgekrempelt, zusammen mit Marita Flocken, die ein paar Häuser weiter wohnt. Das Areal war voller Unkraut und Scherben, das Klettergerüst abgebaut, die Sitzbänke zerbröselt.

Das ließ den ehemaligen Lokalpolitiker nicht ruhen. Er sammelte Unterschriften, ging seinen Parteifreunden auf den Geist und schrieb die Presse an. Der Stadt Spiegel reagierte. Einige Monate später empfing der Oberbürgermeister die Delegation, nahm die Unterschriften entgegen und sagte: „Ich kann Ihnen nichts versprechen.“ Marita Flocken erinnert sich noch lebhaft an den Termin. „Er fragte mich beim Rausgehen: ’Haben Sie noch etwas auf der Zunge?’ Ich sagte: ’Ja. Wo für Kinder kein Platz ist, ist auch kein Platz für die Menschen.’“ Da reckte der OB den Daumen nach oben.

Als sich Georg Burghart schließlich bei ihr meldete und sagte, es läuft, legte sie das Telefon auf und ballte beide Fäuste: Ja! Mittlerweile ist das Gras geschnitten, der Sandkasten sauber, ein neues Klettergerüst mit Rutsche bestellt. Das zieht: Am ersten Frühlingstag ist der Platz voller Menschen. Für Georg Burghart bedeutet das Zusatz-Einsatz: „Ich spreche die Besucher an, wenn die Abfall auf den Boden werfen.“ Jeder soll Verantwortung übernehmen. Klara und Isa freuen sich derweil nur auf zwei Dinge: Schönwetter und ihre Freundinnen, um an der Holter Heide herumzutoben.

(StadtSpiegel)