| 12.42 Uhr

Stadt und Bürger wehren sich

Mönchengladbach (pmg/df). Die Stadt Mönchengladbach spricht sich als Träger öffentlicher Belange gegen eine Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf in der beantragten Form aus. Der Rat entscheidet am 15. Juni über die Stellungnahme. Ebenfalls am 15. Juni gibt es eine Infoveranstaltung der Fluglärm Initiative MG-Ost. Von der Redaktion

Zurzeit läuft ein Planfeststellungsverfahren zur Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf beim zuständigen Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW. Mönchengladbach wäre dabei vor allem durch die beantragte Erhöhung der im Voraus planbaren Flugbewegungen in nachfragestarken Zeitstunden am Tag betroffen. Bisher sind es 45 Flugbewegungen plus zwei außerplanmäßige, sie sollen auf 58 plus zwei weitere außerplanmäßige pro Stunde erhöht werden. Außerdem geht es in dem Antrag um eine flexiblere Regelung zur Nutzung der Nordbahn und bauliche Maßnahmen. Es ist dabei davon auszugehen, dass mehr Flugbewegungen auch eine höhere Lärmbelastung in bestimmten Bereichen der Stadt zu bestimmten Zeiten, vormittags und ab 16 Uhr, mit sich bringen. An etwa 20 bis 30 Prozent der Tage im Jahr wird der Flughafen Düsseldorf aus Richtung Mönchengladbach angeflogen. Dabei handelt es sich um Tage, an denen es eine Ostwindlage gibt. Auch an windstillen Tagen kann sich die Zahl der Anflüge über dem Stadtgebiet noch erhöhen.

Generell ist davon auszugehen, so die Stadt, dass mit einer Erhöhung, das in Verlängerung der Start- und Landebahnen östliche Stadtgebiet und dabei vor allem Giesenkirchen, von einer höheren Lärmbelastung betroffen wäre. Auch ein im Lärmaktionsplan der Stadt festgelegtes „besonderes ruhiges Gebiet“ (Hoppbruch) befindet sich in diesem Bereich.

Es sei auch nicht auszuschließen, dass sich durch die Erhöhung der Flugbewegungen noch mehr Anflüge in den Nachtzeitraum (22 bis 6 Uhr) verschieben. In der Stellungnahme, über die der Rat in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 15. Juni, entscheiden wird, spricht sich die Stadt als Träger öffentlicher Belange deswegen gegen die Kapazitätserweiterung in der beantragten Form aus. Außerdem wird eine Entlastung des Nachtzeitraums erbeten.

Ebenfalls am kommenden Mittwoch, 15. Juni, lädt die Fluglärm Initiative MG-Ost zu einer Infoveranstaltung in das Marienheim, Nesselrodestraße 81, in Meerkamp. Um 19 Uhr werden Werner Kindsmüller von der Initiative Kaarster gegen Fluglärm, Oliver Keymis, Landtagsabgeordneter der Grünen, Frederick Skupin, Vorsitzender der Fluglärm Initiative MG-Ost, und Hajo Siemes, Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Ost, über die Auswirkungen von Fluglärm auf die Lebensqualität und Gesundheit sprechen. Die Teilnahme an der Infoveranstaltung ist kostenlos.

(Report Anzeigenblatt)