| 17.22 Uhr

Stille Nacht – von wegen !

Stille Nacht – von wegen !
Der Plan der Flugsicherung zeigt die Bewegungen über Gladbach.
Giesenkirchen (schrö). Giesenkirchener Bürger wollen sich den nächtlichen Fluglärm nicht mehr gefallen lassen. Von Klaus Schröder

Monika Küsters wohnt in ihrem Elternhaus. Im Wohnzimmer blickt sie wehmütig zurück. „Es war so schön ruhig hier.“ „Ja, bis vor zwei Jahren“, fügt ihr Partner Leo Hameleers hinzu. Frederick Skupin lebt an der gleichen Straße. Am Telefon erklärt der Unternehmer, warum er die Initiative „Gegen Fluglärm MG-Ost“ gründen musste. „Ich bin nicht gegen die Wirtschaft und auch nicht gegen das Fliegen, der Hauptpunkt ist die Nachtruhe.“

Mit Unterstützung von Fachleuten hat er viele Informationen zusammengetragen und bei einer Bürgerversammlung vor zwei Monaten präsentiert. „Die Zahl der Flugbewegungen am Flughafen Düsseldorf nahm von 2005 bis 2013 um 5 Prozent zu, die Zahl der Flugbewegungen nach 22 Uhr stieg hingegen um 48 Prozent.“

Erklärung: „Der Airport will wirtschaftlicher werden und verlegt deshalb Flüge immer mehr in die Frühe und in die späten Nachtstunden - aber das werden wir uns nicht gefallen lassen.“ Mittlerweile spürt Frederick Skupin auch Rückenwind aus der Politik. Der ist dringend nötig, weil der Airport im Frühjahr eine Erweiterung der Betriebsgenehmigung von 2005 anpeilt. Mönchengladbach befindet sich dann in guter Gesellschaft, denn es gibt einige Gemeinden, die sich dagegen stemmen. Der Widerspruch auf Seiten des Flughafens: Kapazitätsausweitung beantragen, „obwohl nachweislich die Kapazitäten ausreichen.“ Das hätte der Airport auch schon selber eingeräumt.

„In diesem Zusammenhang wird es zum ersten Mal eine vollumfängliche Umweltverträglichkeitsprüfung geben.“ Mittlerweile sei durch viele Studien erwiesen, dass die Gesundheit auch der Menschen unter Fluglärm leidet, die behaupten, er störe sie nicht. Insgesamt will die Bürgerinitiative ihre Hausaufgaben machen. „Wir haben unter anderem den Oberbürgermeister angeschrieben und wollen dann mit seinem Lärmexperten die Lage genauer untersuchen.“

Zum Beispiel auch die Frage klären, wer bei der Änderung der Anflugrouten miteinbezogen war. „Wir jedenfalls nicht.“ Das würde Monika Küsters sofort unterschreiben.

(StadtSpiegel)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige