| 12.21 Uhr

Straßen-Spezialisten gesucht

Straßen-Spezialisten gesucht
Ratsherr Martin Heinen schlägt Sofortmaßnahmen für Ordnung und Sicherheit an Gladbachs Brennpunkten vor. Die Waldhausener Straße - tagsüber wie ausgestorben - gehört dazu. FOTO: Archiv/ privat
Mönchengladbach (um). Wildpinkeln, Ruhestörung, Vandalismus - die CDU will ein altes Thema unkompliziert in Angriff nehmen und an Brennpunkten aufräumen. „Wir brauchen Spezialisten für die Straße“, sagt Ratsherr Martin Heinen. Von Ulrike Mooz

Wenn Roswitha Lamers abends nach Hause in ihre Wohnung auf der Waldhausener Straße kommt, ist es für sie fast „normal“ über Schnapsleichen zu steigen, um die Haustür zu erreichen. Auch dass mitunter rund um die Uhr Lärm ist, ist an manchen Stellen der Altstadt längst Standard (Stadt Spiegel berichtete). Doch auch an der Citykirche, am Rheydter Hauptbahnhof und verschiedenen anderen Brennpunkten ist so manch einem mulmig, wenn er nach Einbruch der Dunkelheit dort lang muss. Die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) der CDU Mönchengladbach will mit dem Thema jetzt endlich aufräumen - und zwar schnell. „Es ist ja fast ein Reflex, dass man in so einem Fall erstmal Daten sammelt“, sagt Ratsherr Martin Heinen, Leiter des KPV-Arbeitskreises Sicherheit und Sauberkeit bei der CDU. In diesem Fall lägen Informationen und Beschlüsse aber schon lange vor, es hapere lediglich an der Umsetzung. Vor allem Ordnungs- und Sicherheitsmängel mit Auswirkung auf Mitmenschen sollten oberste Priorität haben, so Heinen. Hier solle nicht erst irgendwann, sondern in naher Zukunft was passieren. Die viel beschworene Null-Toleranz-Strategie schwebt dem CDU-Mann dabei nicht vor. „Die Stadt kann niemals alles ahnden“, sagt er. Es gehe darum, mit Fingerspitzengefühl Prioritäten zu setzen.

Die stärke Präsenz von Ordnungsdienst und Polizei, die strikte Anwendung von Regeln, möglicherweise mehr Leute, die schärfere Ahndung von Ordnungswidrigkeiten und vor allem Spezialisten für die Straße, schweben dem Arbeitskreis dabei vor - wenn nötig auch die Beauftragung von Sicherheitsfirmen. „Oft reicht schon die Präsenz, damit die Situation sich bessert“, weiß Heinen aus anderen Kommunen. Es könne nicht angehen, dass man in Mönchengladbach nach 24 Uhr machen könne, was man will, weil bekannt sei, dass der Ordnungsdienst dann nicht mehr im Einsatz sei.

Ganz wichtig ist Heinen dabei die innere Haltung. Seinerzeit habe man ein Team aus 12 Verwaltungsangestellten zusammen gestellt, die in verschiedenen Ämtern im Außendienst tätig waren. „Ich kann doch nicht eine 1,60 Meter große Endfünfzigerin rausschicken, wenn am Rheydter Bahnhof Jugendliche randalieren“, findet Heinen, da gehörten Spezialisten hin - mit Schutzhunden und Pfefferspray ausgestattet. Das habe nichts damit zu tun, dass sich irgendwer nicht genug engagiere. Diese Leute müssten konsequent durchgreifen und dabei volle Rückendeckung von Politik und Verwaltung bekommen. Übrigens gehöre auch der ÖPNV mit in den Fokus. In Berlin sei man dem Problem damit zu Leibe gerückt, dass man Uniformträger kostenlos Bus und Bahn fahren lasse.

In einem Maßnahmenkatalog mit sieben Seiten hat der Arbeitskreis Sofortmaßnahmen aufgelistet, die durch eine übergeordnete Kontrollinstanz beaufsichtigt werden sollen. Und es werde Zeit, dass es zu dem Thema auch einen zuständigen Fachausschuss gäbe, wie etwa in Krefeld und Viersen.

(StadtSpiegel)