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Straftaten sind gestiegen

Straftaten sind gestiegen
Mit Blumen wurde des 17-jährigen Dominiks nach dem Mord auf dem Reme-Gelände gedacht.
Mönchengladbach. 23 515 Straftaten weist die Kriminalstatistik der Polizei Mönchengladbach für das Jahr 2015 aus. Damit kommt es nach zwei Jahren mit fallenden Zahlen wieder zu einem Anstieg. Dennoch liegt die Stadt noch unter dem Niveau von 2012. Von David Friederichs

Auch wenn Gewaltdelikte zahlenmäßig nur den kleinsten Teil der Kriminalstatistik ausmachen, sind es genau diese Taten, die die Ermittler immer wieder an ihre Grenzen bringen. Selbst erfahrene Beamte könnten da nicht sofort zum Tagesgeschäft übergehen, sagt Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. Zwei Fälle sind dabei im letzten Jahr besonders im Gedächtnis geblieben. Da war zum einen der Mord am 17-jährigen Dominik, der Ende Januar von einem 21-jährigen Freund auf dem Reme-Gelände ermordet wurde. „Besonders erschütternd war zudem, dass Fotos von der Leiche gemacht und die via Whats App verbreitet wurden“, sagt Georg Lehnen, Leiter der Kriminalinspektion 1. Ebenso erschütternd war der Fall „Baby Leo“, bei dem der Vater zwei Wochen lang sein Kind misshandelte und anschließend tötete. Leo wurde dabei nur 19 Tage alt.

Abgesehen von diesen grausamen Tötungsdelikten musste die Polizei im vergangenen Jahr 23 515 Straftaten registrieren, 1 106 (4,9 Prozent) mehr als im vergangenen Jahr. Dennoch sagt Präsident Wiesselmann: „Mönchengladbach gehört zu den sichersten Großstädten in Nordrhein-Westfalen.“ Was allerdings nicht bedeute, dass man sich darauf ausruhen dürfe.

Das zeigt auch die Entwicklung im Bereich Platz der Republik. Hier wurden durch eine Sonderkommission 40 Schwarzafrikaner, die dort mit Betäubungsmitteln dealten, zeitweise in Haft genommen. „Die dadurch entstandene Lücke haben nun Nordafrikaner gefüllt“, so Lehnen. Hier werde die Polizei nun wieder verstärkt Präsenz zeigen.

Insgesamt konnte im vergangenen Jahr eine Aufklärungsquote von 51,5 Prozent erreicht werden, womit man leicht über dem Landesmittel liegt (49,6 Prozent). Diese Quote lässt sich bei den Wohnungseinbrüchen allerdings nicht halten. Hier konnte nur jeder Zehnte aufgeklärt werden. Auch die Einbruchszahlen stiegen rasant. Insgesamt 955 Einbrüche und damit 39,8 Prozent mehr als 2014 wurden registriert. Im Schnitt alle zehn Stunden kommt es zu einem Einbruch in Mönchengladbach. Ab April soll es ein Einbruchsradar geben, auf dem wöchentlich die Einbrüche markiert werden.

Um den ebenfalls gestiegenen Zahlen im Bereich Straßenkriminalität Herr zu werden, zeigte die Polizei rund um den Alten Markt an den ersten Januarwochenenden verstärkte Präsenz. Schon nach zwei Wochen konnte so ein deutlicher Rückgang festgestellt werden.

(Report Anzeigenblatt)