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Sturm erhält Inklusionspreis

Er sitzt nach drei Schlaganfällen und halbseitiger Lähmung selbst im Rollstuhl und weiß, wovon er spricht. Den VdK-Inklusionspreis erhält in diesem Jahr der Mönchengladbacher Albert Sturm für sein ehrenamtliches Engagement. Nun wurde ihm die Auszeichnung in der Stadthalle überreicht. Von Klaus Schröder

Herr Sturm, haben Sie mit diesem Preis gerechnet oder waren Sie überrascht ?

Überrascht war ich auf jeden Fall. Ein Menschenrecht wie die Barrierefreiheit ist für mich Ehrensache, und ich tue alles, um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren. Besonders die Inklusion hat für mich einen hohen Stellenwert. Denn Inklusion hört nicht bei Bildung auf, sondern begleitet uns das ganze Leben.

Wird hier in Mönchengladbach genug getan für die Inklusion?

Man sollte Inklusion nicht mit Integration verwechseln. In Sachen Integration, also Eingliederung in einen bestimmten Ablauf wird schon viel gemacht, vielleicht noch etwas zu wenig. Inklusion aber ist das konsequente Einbinden in die Vielfalt unseres Lebens.

Wo könnte man ansetzen , Barrierefreiheit in der Stadt noch mehr nach vorne zu bringen?

Also der Wille zur Barrierefreiheit sollte von jedem selbst kommen. Immobilienbesitzer oder Vermieter müssen ein Interesse entwickeln, dass die Immobilie auf eine ganze Lebenszeit gebaut oder geplant wird. Im Leben kann es zu gravierenden Umständen kommen, die Fahrstuhl, Rampe oder einen zusätzlichen Handlauf bei Treppen erforderlich machen.

Haben Sie Lösungsansätze?

Eine Patentlösung habe ich leider nicht. Es könnte eine zweckgebundene Förderung geben, denn barrierefrei heißt in erster Linie, Geld in die Hand nehmen, was man lieber für eine Luxusausführung ausgegeben hätte. Der Denkmalschutz darf kein Hinderungsgrund sein, barrierefrei eine Immobilie auf heutige Bedürfnisse anzupassen. Anreize schaffen Veränderung.

(Report Anzeigenblatt)