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Die Ermittler der Mordkommission „Reme“ haben einen Täter festgenommen
Täter und Opfer waren Freunde

Die Ermittler der Mordkommission „Reme“ haben einen Täter festgenommen: Täter und Opfer waren Freunde
Die Tatwaffe ist vergleichbar mit diesem Messer.
Mönchengladbach (cc). Im Fall der Mordkommission „Reme“, bei dem am 1. Februar der 17-Jährige Dominik P. erstochen auf dem Reme-Gelände an der Lürriper Straße entdeckt wurde, scheint ein Täter gefunden zu sein. Es handelt sich um einen 20-jährigen Mönchengladbacher, der polizeilich kein unbeschriebenes Blatt ist und mit dem Opfer befreundet war. Von Christina Reineke

„Mir geht es schlecht, ich habe meinen besten Freund getötet“ – das soll der 20-jährige Täter aus Mönchengladbach am Dienstag bei seiner Vernehmung gegenüber dem Leiter der Mordkommission, Michael Götze, gesagt haben.

Ein detailliertes Teilgeständnis hat letztendlich dazu geführt, dass der 20-Jährige Schüler am Mittwoch in die Untersuchungshaft gekommen ist. Zuvor hatten ihn die Ermittler am Dienstag in den frühen Morgenstunden im Haus seiner Eltern überführt. Zu dieser Zeit habe er noch geschlafen. Der 20-Jährige gab an, dass er das Opfer, mit dem er befreundet war, von hinten mit dem Messer attackiert habe. Es handelt sich also um eine heimtückische Tat. Insgesamt wurden 30 Verletzungen an der Leiche gefunden; davon 22 Stichverletzungen. Die Todesursache lautet inneres Verbluten. Der Haftbefehl lautet auf Mord.

Seit dem Leichenfund am 1. Februar auf dem Reme-Gelände an der Lürriper Straße hat die Polizei Mönchengladbach etwa 500 Hinweise erreicht. Darunter gab es zahlreiche Whats-App und Facebook Chatverläufe. „Manche Hinweise waren hilfreich, andere sind nur Gerüchte“, so Götze. Laut den Aussagen von Familie und Freunden hatte sich das 17-jährige Opfer am 31. Januar gegen 16 Uhr auf den Weg zum Reme-Gelände gemacht und wollte dort auf weitere Freunde zum „Chillen“ warten, die es sich aber aufgrund der Witterungsverhältnisse anders überlegten. Vermutlich war der Täter da bereits bei ihm. Nach Aussagen des Täters waren die beiden zur Tatzeit alleine auf dem Gelände.

Letztendlich führten die DNA-Spuren an der in der Nähe des Tatorts gefundenen Tatwaffe, einem Messer, zum Täter. Die Polizei fand die Tatwaffe schon früh, ein weiteres von Spaziergängern gefundenes Messer, hat nichts mit dem Fall zu tun. Der 20-Jährige mutmaßliche Täter ist polizeilich bekannt, hat Straftaten wie Raub und Verletzungsdelikte begangen, saß bereits in Haft und geriet auch mit dem Betäubungsmittelgesetz öfters in Konflikt.

Ein Motiv ist derzeit nicht bekannt, da die Vernehmung durch das Einschreiten des Rechtsanwalts des Täters frühzeitig abgebrochen werden musste.

Neue Erkenntnisse über ein über Whats-App verbreitetes Foto der Leiche gab die Polizei am Freitag bekannt: Ermittler der MK „Reme“ stießen auf einen 15-jährigen Jugendlichen aus dem Kreis Viersen als Verursacher, der das Gelände kannte. Am 1. Februar hielt er sich wieder in Mönchengladbach auf und ging alleine über das ehemalige Reme-Gelände.

Hier fand er, laut Polizei, zu seinem Entsetzen auf einem Verbindungsweg einen ihm unbekannten Toten - den später identifizierten Dominik P. Der 15-Jährige machte mit seinem Smartphone Fotos des für ihn offensichtlich Toten, wobei die Motivation, warum er diese Fotos machte, unklar ist. Als er dann Personen bemerkte, die sich näherte

n, lief er

aus Angst weg. Gegen den 15-Jährigen wurde wegen des Verbreitens der Fotos, das nach dem Kunsturheberrechts-Gesetz eine Straftat darstellt, ein Verfahren eingeleitet.

(Report Anzeigenblatt)