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Tierretter im Einsatz

Tierretter im Einsatz
Mit großen Filzplatten vor den Augen und völlig verängstigt befreite der Tino e. V. den Hund aus einer Rheydter Wohnung.
Mönchengladbach. Der Tino e. V.-Tiere in Not rettete Anfang Oktober einen völlig verwahrlosten Hund aus einer Rheydter Wohnung. Nachbarn alarmierten den Verein. Wie lange der Hund in dieser Wohnung lebte, ist unklar. Sicher ist jedoch: Emily musste schwere Zeiten durchleben. Von Simone Krakau

Vereiterte Ohren, verbogene Knochen, verfilztes Haar und völlig unterernährt – in diesem Zustand befreite der Tino e. V. - Tiere in Not den kleinen Hund aus einer Rheydter Wohnung. Nachbarn verständigten die Tierretter, weil der Hund pausenlos schrie. Zunächst wollte die Halterin nicht mit sich reden lassen, aber der Verein blieb so lange hartnäckig, bis sie den völlig verwahrlosten Hund aus den Fängen der Halterin befreien konnten.

Kleine schwarze Knopfaugen blickten die Tierschützer hinter Filzplatten verängstigt an. „Dafür hat man einfach keine Worte“, sagt Sabrina Coslar vom Verein. „Wir waren fassungslos zu sehen, was Menschen anrichten.“ Da die Halterin ihnen den Namen des Hundes nicht verraten wollte, gaben sie ihr den Namen Emily. Sofort brachten sie Emily in eine Tierklinik, wo sie in Narkose gelegt und geschoren wurde. „Ihre Krallen waren eingewachsen, ihre Ohren voller Eiter und die Vorderbeine waren einmal gebrochen und sind völlig krumm wieder zusammen gewachsen“, erzählt Coslar.

Nachdem sie in der Tierklinik aufgepäppelt wurde, durfte sie einen Tag später in ihre Pflegestelle umziehen – und dort fühlt sie sich sehr wohl. „Ihrer Pflegemama folgt Emily auf Schritt und Tritt“, erzählt die Tierretterin. „Sie möchte ganz viel kuscheln und spielt sogar schon mit den anderen Hunden in der Familie.“

Um Emily gesundheitlich wieder auf Vordermann zu bringen, bekommt sie ein Spezialfutter und ein Antibiotikum. Für die nächsten Wochen stehen auch noch einige Besuche beim Tierarzt und Orthopäden an.

Eine Patin, die Emily finanziell unterstützt, konnte der Verein glücklicherweise schon finden. „Es gibt aber noch so viele andere Fellnasen, die auf Hilfe von Außenstehenden angewiesen sind“, sagt Coslar. „Wir freuen uns sehr, wenn Menschen unserem Verein und den Hunden helfen möchten.“

(Report Anzeigenblatt)