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Und plötzlich Meerjungfrau

Und plötzlich Meerjungfrau
Wenn das nicht eine Meerjungfrau ist. Nach einigen Trainingseinheiten bewegt sich die neunjährige Anna-Maria wie eine Meerjungfrau im Wasser. FOTO: Kellys Grammatikou
Düsseldorf. In unserer Sommerserie "Wasserfälle" wird es fast schon ein wenig geheimnisvoll! Denn heute geht es um Meerjungfrauen - und es gibt sie wirklich, denn ich habe sie gesehen. Von Kellys Grammatikou

Sie gleiten blitzschnell durchs Wasser, wie Pfeile durch die Luft, sie tanzen mit Delfinen und die Weiten des Meeres sind ihr Zuhause. In Sagen und Legenden verdrehten sie Piraten und Abenteurern den Kopf, ihnen werden mystische Kräfte nachgesagt, sie sind schön und anmutig. Gemeint sind Meerjungfrauen, die Töchter des Poseidon oder die Prinzessinnen des Neptun.

Doch nun sind sie kein Geheimnis mehr, denn man hat Meerjungfrauen gesehen, gleich hier bei uns, am Niederrhein, genauer gesagt in einem Schwimmbad in Düsseldorf. Denn dort trainieren sie ihre Fähigkeiten und ihre Schnelligkeit.

Zwei der Meerjungfrauen heißen Anna-Maria und Emily. Die beiden Mädchen sind neun und acht Jahre alt und gehen noch zur Schule. Und tatsächlich: Unter Wasser wirken die beiden Mädchen mit ihren engen Meerjungfrauen-Anzügen und den großen Flossen tatsächlich wie die mystischen Wassernixen.

Damit die Illusion perfekt wird, trainieren sie regelmäßig mit Christoph Wylezol von der Düsseldorfer Schwimmschule, seines Zeichens ehemaliger Forschungstaucher. Der 56-jährige Schwimmlehrer hat auch schon mit Delfinen im Seaworld in Florida gearbeitet. Vor sechs Monaten habe er erst mit dem Meerjungfrauenschwimmen und deren Ausbildung begonnen. Und das war eher ein Zufall. "Eine ehemalige Schwimmschülerin hat mich gefragt, ob ich ihr nicht beibringen könnte, zu schwimmen, wie eine Meerjungfrau", erinnert er sich. Aus der spontanen Idee wurde ein Programm und mittlerweile hat der Schwimmprofi bereits 20 Mädchen den Traum vom Meerjungfrauenschwimmen erfüllt. Genau wie Anna-Maria und Emily, die im Wasser als Meerjungfrauen planschen. "Uns macht es einfach riesig Spaß", sagen sie unisono. Durch die Serie "H2O – Plötzlich Meerjungfrau" seien sie auf das Meerjungfrauenschwimmen gekommen. Die neunjährige Anna-Maria bringt es auf den Punkt: "Mit der Flosse und dem Kostüm kann man sich nicht nur schneller im Wasser bewegen, sondern sieht auch eleganter und graziöser aus."

Zwar will Emily ihre Meerjungfrau mit in den Urlaub nehmen, damit im offenen Meer schwimmen darf sie aber nicht – und auch im Hotelpool nur nach Absprache. "Als ungeübter Schwimmer kann man mit dem Outfit durch die Strömung schnell ins offene Meer hinausgetrieben werden", weiß der versierte Schwimmlehrer. Und bei einem vollen Hotelpool könnte man mit den großen Flossen auch schnell jemanden verletzen, ergänzt er.

Die "Meerjungfrau" sei schon ein teures Hobby – meinen die Mütter der Mädchen, Tanja und Ivonne. "So ein Outfit kann gut mindestens 50 Euro kosten – nach oben gibt es kaum Grenzen", weiß Mutter Tanja Cremer, die für das Kostüm von Anna-Maria knapp 160 Euro bezahlt hat. "Aber der Spaß ist es alle Male wert", sagt Emilys Mutter Ivonne Skrzypczak.

Zukünftig plant Schwimmlehrer Christoph ein Treffen aller Meerjungfrauen einmal im Monat im Düsseldorfer Schwimmbad. Erlernen können das alle Mädchen bis 18 Jahre. Das Outfit muss selbst besorgt werden. "Die Art des Schwimmens, also das Paddeltauchen, das eher eine Abwandlung des ABC-Tauchens ist, bringe ich den Mädchen dann bei", erklärt der Schwimmlehrer. Aber er rät auch: "Es ist schon ein kostspieliges Hobby, darum sollte man sich gut überlegen, ob man das wirklich machen möchte."

(Report Anzeigenblatt)