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Von Natur aus melancholisch

Von Natur aus melancholisch
Karl-Heinz Kremer schreibt seit Jahren Gedichte. Alle sind sie tiefgründig und handeln von seinem Leben. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Karl-Heinz Kremer schreibt tiefgründige und traurige Gedichte über sein Leben. Gerne möchte der 84-Jährige jetzt mit Gleichgesinnten über diese sprechen. Von Simone Krakau

„Gedichte schreibe ich schon solange ich denken kann“, sagt Karl-Heinz Kremer stolz. Alle sprechen sie aus seinem Leben und erzählen seine ganz persönlichen Geschichten. Dabei sind sie melancholisch und oft traurig – genau so wie er selbst.

Vor sieben Jahren verlor der 84-Jährige Mönchengladbacher seine Ehefrau und ist seitdem alleine. Seine Kinder und Enkelkinder wohnen verstreut in Deutschland – für einen Mann in dem Alter keine leichte Situation. „Ich bin oft sehr einsam und dazu kommt, dass ich von Natur aus sehr melancholisch bin“, sagt Kremer traurig. Schreibt er ein Gedicht, erinnert er sich aber an die guten Zeiten, an die 50er und 60er Jahre, in denen er durch Europa getrampt ist und viel von der Welt gesehen hat. „Ich habe auch ein halbes Jahr in Paris gelebt – es gibt einfach viel zu berichten.“ Deshalb hat Kremer auch begonnen, all seine Erinnerungen in Form eines Buches aufzuschreiben. Doch sein Steckenpferd bleiben die Gedichte. In diesen sieht der Rentner noch eine Hoffnung um Verbundene kennenzulernen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand mit mir über meine Lyrik sprechen möchte“, betont Kremer. „So könnte ich der Einsamkeit wenigstens ein wenig entfliehen.“

(Report Anzeigenblatt)