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Von Wildbienen und Tomaten

Von Wildbienen und Tomaten
Lehrerin Julia Stiegen, Hephata Garten-Shop-Leiter Matthias Nickel und Schülerin Saphira bei der Gartenarbeit. FOTO: Andreas Baum
Hehnerholt. Begeisterung für alles, was grünt und blüht: Das Förderzentrum Nord bietet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hephata als berufliche Perspektive Einblicke in den Gartenbau. Von Ulrike Mooz

Im Schulgarten des Förderzentrums Nord wird gebuddelt, gesägt, gehackt, geharkt und geplant. Die acht Schüler der Arbeitsgemeinschaft Garten haben in Rekordzeit Wege frei gelegt, Unkraut gejätet, umgegraben, wucherndes Buschwerk rausgerissen und das „Insektenhotel“ für Wildbienen, Käfer und Würmer modernisiert. „Hier vorne kommen Tomaten hin – mit einem Unterstand, der vor Regen schützt, damit sie nicht schimmeln“, sagt Marlon. Der 13-jährige Schüler hat schon einiges an gärtnerischem Wissen und sichtlich Spaß an der Gartenarbeit. Salat, Kartoffeln, Chilis und Bohnen sollen auch noch in die Gemüsebeete.

„Kartoffeln ausgraben, hat ja ein bisschen was von Schatzsuche“, findet Lehrerin Julia Stiegen, Klassenlehrerin und Leiterin der AG Garten. Damit alles gelingt und die Schüler einen kleinen Einblick in den Gärtnerberuf bekommen, ist Edmund Dohr, Gärtnermeister und Arbeitspädagoge der Stiftung Hephata, mit seinem Gartenteam gekommen. Er zeigt den richtigen Umgang mit Werkzeugen und kennt sich aus mit Pflanzen und Gartenplanung.

Der Besuch des Hephata-Teams ist Teil einer Kooperation von Förderzentrum und der Stiftung. Die Schüler sollen ein bisschen reinschnuppern in das Berufsfeld Garten. „Für unsere Schüler ist es nicht einfach, Arbeit zu finden“, sagt Schulsozialarbeiterin Sugashiny Thadchanamoorthy. Im günstigsten Fall würde der eine oder andere am Ende bei den Hephata-Auszubildenden sein, so Matthias Nickel, Betriebsstättenleiter des Hephata-Gartenshops.

Als Beruf kann sich sich die 15-jährige Saphira das Gärtnern nicht gleich vorstellen, aber sie freut sich, dass sie draußen ist, statt im Klassenzimmer. Immerhin erkennt sie den Salbei in der Kräuterspirale. „Ab und zu helfe ich meinen Eltern im Garten, zum Beispiel Blumen pflanzen“, sagt sie.

„Viele der Schüler sind mit Gärten noch nie in Berührung gekommen“, weiß Lutz Wormuth, stellvertretender Schulleiter. Die essbaren Gewächse aus dem Schulgarten sollen in den Topf kommen. „Wir haben freitags die AG Hauswirtschaft“, so Marlon, da könne man dann verarbeiten, was mittwochs in der Garten-AG geerntet wurde.

(Report Anzeigenblatt)