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Was Gladbachs Kids wollen

Was Gladbachs Kids wollen
Manches Spielzeug verstehen nur Kinder – für Maja und Lennart ist „Slime“ einfach das Größte. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. In vier Wochen kommt das Christkind. Gladbachs Kinder haben ihre Wunschzettel geschrieben. Was da draufsteht – von Hatchimal bis Kacka-Alarm – ist nicht immer das, was Erwachsene gut finden. Was ist Trend, woran sollten Eltern denken? Der Extra-Tipp hat sich umgehört. Von Petra Käding

Er war schon in den Achtzigern angesagt, dieser bunte Glibber, der so schön im Teppich kleben bleibt. "Slime" erlebt gerade ein Revival. Für die Geschwister Maja (6) und Lennart (3) ein Riesenspaß und definitiv was für den Weihnachtswunschzettel, zusammen mit den anderen 1001 Wünschen, die die Weihnachtswerbung in Kindern weckt.

Auch Lenya (6) hat ihren Wunschzettel fertig. Darauf geklebt hat sie Prospektschnipsel von Glubschis, Playmobil und einem Spiel, das sich "Kacka-Alarm" nennt. Nun ja, Geschmacksache. Lenyas Mutter schüttelt den Kopf. "Das gibt's sicher nicht, das steht nachher nur rum", sagt sie . "So wie die Hatchimals von letztem Jahr". Für Kinder ist Weihnachten Konsum", hat Jessica Koch mit anderen Müttern festgestellt. "Die vergleichen an der Schule, was sie sich wünschen, was sie schon haben, und übertreffen sich gegenseitig." Die Wünsche der Kinder sind dennoch "Befehl". Sohn Nils (9) wünscht sich die Playstation 4 – das Christkind wird sich also ins Zeug legen. Doch Mama nimmt auch Einfluss: "Spiele sind schön", sagt sie. "Die kann man an Weihnachten direkt zusammen spielen."

Das hält auch Thorsten Licht, Teamleiter für offene Kinder- und Jugendarbeit bei der Stadt Mönchengladbach, für den richtigen Ansatz. "Das Wichtigste ist, dass die Kinder damit spielen können", sagt er. "Es ist wichtig, dass man sich das Spielzeug anschaut, nicht einfach was im Internet bestellt."

Für den Jugendschutzbeauftragten Licht persönlich kommt als Geschenk für seine sechsjährige Tochter nicht in Frage, was er nicht befürwortet. Die Kleine darf einen großen Wunschzettel schreiben – "da ist dann viel buntes Zeug drauf, Einhörner, Puppen etcetera, und wir Eltern schenken davon, was länger gespielt wird und nicht bloß rumfliegt."

Spiele, die die Kreativität fördern, Bauklötze, Papier und Buntstifte, aber auch Gesellschaftsspiele wie Funkelschatz, das Kinderspiel des Jahres, sowie Bücher und Klassiker wie Lego, Playmobil, Teddybären und Barbiepuppen hält er für entscheidend für die kindliche Entwicklung. "Spielen ist wichtig, damit man ein kompletter Mensch wird." Dazu gehört, dass Kinder den Alltag der Erwachsenen nachspielen. Perfekt für kreative Rollenspiele sind Kinderküchen mit "Küchengeräten" und "Lebensmitteln", Kaufmannsläden und Kinderwerkzeuge.


Und was sagt der Handel? Wie sind die Spielzeugtrends 2018? Michel Hontoy, Filialgeschäftsführer der Karstadt Warenhaus GmbH, sagt: "Lego ist nach wie vor Nummer eins. Sehr beliebt sind auch die Toniebox und die Tonie-Hörfiguren. Bei den Gesellschaftsspielen sind es vor allem das Spiel des Jahres 2018, Azul, aber auch Gravitrax und das Quizspiel kNOW!"
Ein erfreulicher Trend ist, dass neben den digitalen Spielen, die unterm Weihnachtsbaum zunehmend Platz einnehmen, immer wieder Klassiker zu finden sind. So steht auf Lenyas Wunschzettel auch das Geschicklichkeitsspiel Twister.


Bleibt die Frage nach der Nachhaltigkeit. Spielzeug ist oft aus Plastik, und selbst wenn es Ähnliches aus Holz gibt, ist es keine echten Alternative. "Plastik leuchtet mehr, das zieht Kinder einfach mehr an", sagt Jessica Koch. Und: "Hochwertiges, nachhaltiges Spielzeug ist oft kaum zu bezahlen", so Thorsten Licht.
Letztlich ist Weihnachten das Fest für Kinder – und leuchtende Augen, wenn ihre Wünsche in Erfüllung gehen, sind das Schönste daran. Und wenn die Eltern dann auch noch ganz viel Zeit haben, werden es garantiert fröhliche Weihnachten.

 

(Report Anzeigenblatt)