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Was wird aus dem Loch?

Was wird aus dem Loch?
Manche finden es ästhetisch, die meisten schrecklich, das große Loch: Aus einem Teil des Tagebauloches soll ein See werden. 35 Jahre wird es dauern, bis der mit Wasser aus dem Rhein gefüllt sein wird. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Man könnte alles ganz schrecklich finden und sagen, das Land NRW solle einfach was machen, aber das wollen die Tagebaurandgemeinden Mönchengladbach, Jüchen, Erkelenz und Titz nicht. Seit 2014 ziehen sie unter dem Motto „gemeinsam sind wir stärker“ an einem Strang. Jetzt soll mit Experten ein „Drehbuch“ erarbeitet werden, was aus dem 45-Quadratkilometer-Loch des Tagebaus werden könnte. Von Ulrike Mooz

Plan B heißt bezeichnenderweise das Planungsbüro, das von den Gemeinden Mönchengladbach, Jüchen, Erkelenz und Titz beauftragt worden ist, eine Struktur in ein schwieriges Vorhaben zu bringen. „So eine große Baustelle hatten wir noch nie“, sagt Firmenchef Christian Jürgensmann, der mit seinem Team unter anderem an diversen Landesgartenschauen mitgeplant hat. In so genannten Werkstattwochen sollen Experten unter der Regie von Plan B einen Rahmen für die Überplanung des abgebaggerten Gebietes erarbeiten. 45 Quadratkilometer, das erfordert einiges an Know-How. Und wenn einer wisse, wie man mit Landgewinnung umgehen, dann die Niederländer, so Jürgensmann. Einen niederländischen, sowie zwei deutsche Landschaftsplaner hat er deshalb mit ins Boot geholt und Dr. Susanne Kost von der Uni Hamburg, die vor allem die menschlichen Aspekte im Planungsvorgang im Auge behalten soll. Bei der Planung sollen viele Sichtweisen unter einen Hut gebracht werden - die der Umsiedler und Geschädigten ebenso, wie die der Landwirtschaft, des Umweltschutzes, der Gemeinden, möglicher neuer Industrieansiedlungen und der Randgemeinden, die „verschont“ wurden.

(Report Anzeigenblatt)