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Weitere 300 Flüchtlinge für Mönchengladbach

Mönchengladbach. Die Stadt muss sich auf die Unterbringung von weiteren 300 Flüchtlingen vorbereiten. Erneut fordert das Land die Stadt zur Amtshilfe wegen Kapazitätsmangel in den NRW-Aufnahmeeinrichtungen auf. Von der Redaktion

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Stadt Mönchengladbach in einem Schreiben aufgefordert, sich auf die Unterbringung von weiteren 300 Flüchtlingen für die Dauer von sechs Monaten vorzubereiten. Wann die Flüchtlinge zugewiesen werden, wurde in dem Schreiben an Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners nicht mitgeteilt. Die Verwaltung arbeitet seit der Ankündigung fieberhaft an einer Lösung für die kurzfristige Unterbringung der Flüchtlinge. Die Stadt verfügt derzeit wegen der anhaltenden Zuweisungen über keine weiteren Kapazitäten zur Unterbringung von Menschen in derartiger Größenordnung mehr.

Damit wird Mönchengladbach innerhalb weniger Wochen erneut aufgefordert, Flüchtlinge in größerer Anzahl im Rahmen der Amtshilfe vorübergehend aufzunehmen. Seit Ende Juli werden 150 Flüchtlinge im ehemaligen TiN/Nordpark bis voraussichtlich Mitte Oktober untergebracht. „Da die Flüchtlingszahlen auf hohem Niveau weiterhin ansteigen und die vorliegenden Erkenntnisse zeigen, dass insoweit der Gipfel noch nicht erreicht sein dürfte, wird für eine Übergangszeit eine nochmalige Inanspruchnahme der kreisfreien Städte zur Sicherstellung eines dringenden Unterbringungsbedarfs erforderlich werden“, heißt es in dem Schreiben der Bezirksregierung.

Die stetig steigende Zahl von Flüchtlingen stellt die Stadt Mönchengladbach vor sehr große Herausforderungen. Derzeit sind in den Unterkünften und in den von der Stadt angemieteten Wohnungen rund 2 000 Flüchtlinge untergebracht. „Der dramatische Anstieg der Flüchtlingszahlen in Deutschland hat auch massive Auswirkungen auf Mönchengladbach. Wir müssen nun erneut innerhalb kurzer Zeit sehr vielen Menschen eine Unterkunft bieten. Ansonsten droht ihnen die Obdachlosigkeit. Hier haben wir die Verpflichtung, die Menschen unterzubringen. Wer sich die Bilder aus dem Nahen Osten, aus Syrien und Afrika angeschaut hat, kann nachvollziehen, warum die Menschen sich auf die Flucht begeben“, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. „Die Stadt ist weiterhin bemüht, für die Unterbringung von Flüchtlingen sozialverträgliche Lösungen zu finden. Bisher haben wir immer das Ziel verfolgt, die Menschen nicht zentral an einem Standort unterzubringen, sondern auf das gesamte Stadtgebiet zu verteilen. Nach der Ankündigung von 300 Flüchtlingen des Landes muss allerdings nach einer zentralen Unterkunft gesucht werden“, ergänzt er. In Frage kämen hier Gebäude in Leichtbauweise oder winterfeste Zelte.

„Wir haben das Ende der Fahnenstange deutlich erreicht und sind schon bei den uns regulär zugewiesenen Flüchtlingen gezwungen, auf Turnhallen ausweichen“, betont Sozialdezernentin Dörte Schall. So werden seit Donnerstag etwa 50 Flüchtlinge in der Turnhalle der Förderschule an der Wilhelm-Strauß-Straße untergebracht werden. Sie musste bereits im Februar für mehrere Wochen zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

(Report Anzeigenblatt)