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Weniger Brände, kein Toter

Weniger Brände, kein Toter
Die Zahl der Brände ging im vergangenen Jahr deutlich zurück. Zudem gab es keinen Brandtoten zu beklagen. Dafür gab es gleich drei Großeinsätze nach Bombenfunden.
Mönchengladbach. „Es war das Jahr der Bombenfunde“, sagt Feuerwehrchef Jörg Lampe, bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichtes 2015. Gleich drei Großeinsätze wurden durch Weltkriegsbomben ausgelöst. Von David Friederichs

32 376 Notfalleinsätze weist der Tätigkeitsbericht der Feuerwehr für 2015 aus. In 90 Prozent der Fälle war der Rettungswagen bereits nach 8 Minuten da. „Das ist auch so in unserem Rettungsdienstbedarfsplan verankert“, sagt Jörg Lampe, Leiter des Fachbereichs Feuerwehr der Stadt Mönchengladbach. Damit realisiere man den höchsten Qualitätsstandard. Dass dies nicht von ungefähr kommt, liegt an der tagesaktuellen Überwachung von Einsätzen, Ausrückzeiten oder Patientenübergaben, die jeweils in einem Monatsbericht münden, der dreimonatlich dem Ausschuss der Stadt vorgelegt wird.

Bei Feuerwehreinsätzen insgesamt von einem guten Jahr zu sprechen, verbietet sich. Dennoch gibt es auffällige Zahlen. So ging die Zahl der Brände weiter zurück (von 503 (2014) auf 440 (2015)), zudem gab es keinen Brandtoten zu verzeichnen. „Wir hatten dafür das Jahr der Bombenfunde“, sagt der Feuerwehrchef. Sowohl auf der Martinsstraße als auch im Geistenbecker Feld wurden 500 kg schwere Weltkriegsbomben gefunden, die auf der Heinrich-Pesch-Straße entdeckte Bombe wog „nur“ 250 kg. Durch eine neue gesetzliche Regelung mussten die Bombenfunde sofort behandelt und entschärft werden. „Wir sind da mittlerweile ein eingespieltes Team“, unterstrich Lampe.

Mit Blick auf die Einsätze des vergangenen Jahres blickte er auch auf den tödlichen Verkehrsunfall auf der Bismarckstraße im vergangenen November zurück. Weniger aufgrund der Tragik, eher in Bezug auf das neu eingerichtete PSU-Team der Feuerwehr. Dahinter verbirgt sich ein Team, das Kollegen, Augenzeugen und Passanten psychosoziale Unterstützung (PSU) anbietet. „Das Team besteht aus neun Leuten, die entsprechend geschult wurden und die Betroffenen vor Ort betreut, um mit dem Gesehen und Erlebten umgehen zu können“, verdeutlicht Lampe, der selbst Teil des Teams ist. Zum 1. März wurde für diesen Bereich eine neue Stabsstelle errichtet.

In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Sichtschutzwände, die mittlerweile auf den Spezialfahrzeugen mitgeführt wurden und zumeist bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen. „Damit soll nicht nur Fotografen sondern auch Passenten der Blick verwehrt werden“, erklärt Polizeisprecher Frank Nießen. Instinktiv würde man hinschauen, die Bilder aber seien oft schwer zu verarbeiten.

(Report Anzeigenblatt)