| 12.10 Uhr

Weniger Kriminalität in Gladbach

Weniger Kriminalität in Gladbach
Ungesicherte Türen und Fenster: damit Einbrüche wie dieser hier verhindert werden können, setzt die Polizei auf Präventionsarbeit. FOTO: Polizeiliche Kriminalprävention
Mönchengladbach. Weniger Wohnungseinbrüche, sinkende Fallzahlen und ein Rückgang der Gewaltkriminalität um ganze 20 Prozent: der Jahresbericht der Polizei Mönchengladbach zur Kriminalität im vergangenen Jahr lässt einige positive Entwicklungen erkennen. 2017 soll besonders die Aufklärungsquote von Einbrüchen verbessert werden. Von Marei Vittinghoff

Sie dringen

meist von hinten in ein Gebäude ein und hinterlassen bei den Betroffenen, neben dem Verlust geliebter Wertgegenstände, oft zusätzlich ein Gefühl andauernder Unsicherheit: Einbrecher. Um sich selbst und das Zuhause vor einem solchen Erlebnis zu schützen, legen mehr und mehr Mönchengladbacher Wert auf eine ausreichende Sicherung von Fenstern und Türen. Sehr zur Freude der Polizei, denn – wie Manfred Joch, Leiter der Direktion Kriminalität – eindrücklich darstellt: "Ein Täter, der nicht innerhalb von zwei Minuten in eine Wohnung eindringen kann, lässt von einem Objekt ab".

Insgesamt 826 Wohnungseinbrüche hat es 2016 in der Stadt gegeben – 13,5 Prozent weniger als 2015. "Die sinkenden Fallzahlen lassen sich zu einem großen Teil darauf zurückführen, dass Häuser besser gesichert sind. Dadurch steigt das Aufdeckungsrisiko für die Täter", erklärt Joch. Bei 44,8 Prozent der Wohnungseinbrüche handelte es sich 2016 um Versuchstaten.

Einer der größten Erfolge der Polizei in diesem Zusammenhang war 2016 die Festnahme einer neunköpfigen Einbrecherbande durch die Ermittlungskommission "Albatros". Durch eine direktionsübergreifende Zusammenarbeit, die Einrichtung einer Analysestelle und den Ausbau des Personals im Bereich der Prävention, soll die Aufklärungsquote in diesem Jahr noch stark verbessert werden. "Derzeit wird nur etwa jede zehnte Tat geklärt. Das können wir hoffentlich bald ändern", so Georg Lehnen, Direktion Kriminalität.

Wohnungseinbrüche stellen mit 3,7 Prozent noch einen eher geringen Anteil an der Kriminalität in der Stadt dar. Insgesamt 22.182 Straftaten sind 2016 in Mönchengladbach bekannt geworden – 5,7 Prozent weniger als im Jahr davor und damit der niedrigste Stand seit sieben Jahren. 8.535 Tatverdächtige konnte die Polizei ermitteln: eine Aufklärungsquote von 51,9 Prozent. Bei den Tätern handelte es dabei in jedem zweiten Fall (53, 2 Prozent) um Menschen, die in der Vergangenheit bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten waren.

Hingegen dem Gefühl vieler Mönchengladbacher, sind auch im Bereich der Gewaltkriminalität, zu der Sexualdelikte, Raub, Körperverletzung und Tötungsdelikte gezählt werden, erfreuliche Entwicklungen zu erkennen. "Wir haben im vergangenen Jahr quasi einen kleinen Erdrutsch von minus 20 Prozent erlebt", so Manfred Joch. Gab es 2015 neun tragische Fälle von Mord oder Totschlag in der Stadt, waren es im letzten Jahr fünf. Gefährliche und schwere Körperverletzungen, die mit Abstand den größten Teil der Gewaltkriminalität ausmachen, sind um ganze 24 Prozent gesunken.

Auch die Straßenkriminalität, zu deren Schwerpunkten weiterhin der Diebstahl von oder aus Autos und von Fahrrädern zählt, ist in Mönchengladbach um 4,1 Prozent insgesamt leicht zurückgegangen. Ausnahme hierbei ist der Taschendiebstahl, der – im Gegensatz zum Landestrend – um 6,3 Prozent stieg. Und noch mit einer weiteren unerfreulichen Entwicklung hatten die Mönchengladbacher Polizeibeamten in diesem Jahr zu kämpfen: "Wie im Landestrend, gab es auch bei uns vermehrt Probleme mit Widerstand und mangelndem Respekt gegenüber Beamten im Straßendienst", klagt der Leiter der Direktion.

Insgesamt ist die Bilanz des vergangenen Jahres positiv: "Gladbach bleibt auch 2016 eine der sichersten Großstädte Deutschlands", so Joch. 2015 hatte es Platz sechs von 39 Städten über 200.000 Einwohnern gegeben.

(Report Anzeigenblatt)