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Wenn die Luft wegbleibt

Wenn die Luft wegbleibt
Bei raumluftabhängigen Heizungsanlagen droht Kohlenmonoxidvergiftungsgefahr, warnt Versorgungstechniker Detlef Poullie. Luftschlitze und -löcher in Türen und Wänden dürfen auf keinen Fall überklebt oder zugestopft werden. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Der Tod durch Kohlenmonoxidvergiftung ist einer, der unbemerkt kommt. Jedes Jahr sterben mehrere Hundert Menschen in Deutschland, weil ihre Heizung ihnen den Sauerstoff zum Atmen nimmt. Detlef Poullie, Dozent für Versorgungstechnik, erklärt, warum. Von Ulrike Mooz

Wenn die Badezimmertür unten einen Lüftungsschlitz hat, dann muss das nicht immer zur Entlüftung schlechter Gerüche sein. Viele Heizungsgeräte ziehen den Sauerstoff, der zur Verbrennung nötig ist, aus der Raumluft und oft mehr, als zum Beispiel ein kleines Badezimmer überhaupt her gibt. Ohne den berühmten Lüftungsschlitz wird’s dann eng für Mensch und Tier. Denn ohne Luftnachschub entsteht ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass Abgase in Form von Kohlenmonoxid (CO) in den Raum ziehen. Manch einer weiß das nicht, und klebt den rettenden Türschlitz kurzerhand zu, um schlechte Luft im Bad zurück zu halten. Ein Fehler, der tödlich enden kann.

„Kohlenmonoxid sieht und riecht man nicht“, sagt Detlef Poullie, Dozent für Versorgungstechnik bei der Kreishandwerkerschaft. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung wird man einfach müde, bekommt Kopfschmerzen, wird ohnmächtig. Gefährlich ist, wenn Mietern oder Hausbesitzern nicht klar ist, dass das Heizungsgerät raumluftabhängig arbeitet, wie es in der Fachsprache heißt. „So ein Gerät zieht 40 Kubikmeter Saustoff in der Stunde“, sagt Detlef Poullie, und ein größeres Badezimmer von 3 mal 4 Metern habe im Schnitt schon nur 30 Kubikmeter...

(Report Anzeigenblatt)