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Wenn nachts die Frösche quaken

Wenn nachts die Frösche quaken
Ein Teich ist eine echt idyllische Oase mit Schilf, Teichreisen und Fischen. FOTO: Kellys Grammatikou
Kreis Viersen. In der zweiten Folge unserer Sommer-Wasser-Serie stellt Redakteur Kellys Grammatikou Betrachtungen über seinen Gartenteich an. Von Kellys Grammatikou

Mit hektischen Bewegungen rast der kleine Wasserläufer über den Teich. Mal macht er Station auf einem Blatt, mal bei einer Teichrose, bis er irgendwo im Schilf verschwindet. Oberhalb des Schilfs und über der Wasseroberfläche scheinen unzählige kleine Mücken ihren Hochzeitstanz zu feiern und eine Libelle schaut von einem Schilfblatt aus zu. Während das Wasser hinter Steinen in den Teich plätschert, verstecken sich Fische und Frösche in den seichten Tiefen des kühlen Nass. So ein Teich hat schon eine ganz eigene Faszination.

Dass ich in meinem Garten einen Teich habe, sehe ich als großes Glück, auch wenn ich als Teich-Neuling einige Dinge erstmal lernen musste. Zwar war der Teich komplett – also mit Folie, Fischen und Pumpen – als ich in mein kleines Häuschen zog, aber zuvor hatte ich mich nie mit sowas beschäftigt.

Und so passierte dann auch das erste Unglück im Winter. Der UV-Filter platzte bei Minusgraden. Da Pumpe und Filter unmittelbar neben dem Teich aber nicht in einem separaten und warmen Raum standen, brachten die frostigen Temperaturen den Filter, der mit Wasser gefüllt war, zum Bersten.

Wie sich dann im Frühjahr rausstellen sollte, ist dieser Filter aber nicht ganz unwichtig für klares Wasser. Ohne ihn wird das Wasser nämlich trübe, grünlich und sieht alles andere als schön aus.

Also musste ein neuer Filter her. Gleichzeitig wurden auch die verschiedenen Filterschwämme von mir gereinigt. Und siehe da - nach knapp zwei Tagen war das Wasser wieder klar und das Leben unter Wasser konnte wieder beobachtet werden.

Seitdem hebe ich den UV-Filter im Winter im Haus auf und die Filter werden jetzt auch regelmäßig gereinigt.

Kaum freute ich mich über meine Fische und all die andere Tierchen, die sich dort ein Zuhause gesucht haben, kam eines Morgens die nächste böse Überraschung: tote Fische! Nicht alle auf einmal - aber hin und wieder schwamm ein Fisch leblos im Wasser oder lag außerhalb des Teiches. Einen Reim konnte ich mir darauf erstmal nicht machen. Also wurde nachgefragt beim Experten im Zoo- und Teichfachhandel: „Der Übeltäter scheint ein Fischreiher zu sein. Am besten eine Reiher-Attrappe in den Teich stellen - in kurzen Abständen an verschiedenen Orten.“ Interessant ist, wie man mir erklärte: Der Fischreiher stellt sich ruhig ins Wasser und sondert über seine Beine ein Sekret ab, dass die Fische anlockt. Dann pickt er sie mit seinem Schnabel aus dem Wasser und schluckt sie runter.

Um das zu verhindern, sollte nun eine Attrappe her. Denn, so der Experte, der Reiher teilt nicht gerne und ist gerne alleine in seinem Revier. Also quasi ein Teich, ein Reiher. Und der Plastikvogel muss auch noch „wandern“, denn „... der Fischreiher merkt, wenn es sich um eine Attrappe handelt, die permanent nur an einer Stelle steht“. Tatsächlich hat das geholfen.

Nur gegen die Katze aus der Nachbarschaft, die gerne mal mit einem Pfotenschlag einen Fisch aus meinem Teich katapultiert, gegen die habe ich noch keine Lösung gefunden, weil das gemeine Tier gerne nachts im Garten herumschleicht.

Trotz aller Mühe, die so ein Teich macht - sei es Wasserpflanzen pflanzen, Teich säubern, Filteranlagen reinigen, Fische füttern und was sonst so ansteht - auf meinen Teich möchte ich nicht mehr verzichten. Dieses Biotop mit seinen unzähligen kleinen und größeren Tieren ist nicht nur einfach schön und wirkt entspannend, es ist auch interessant. So haben einige Frösche ihr Zuhause dort gefunden - und ich habe keine Ahnung, wo sie herkamen oder wohin sie immer verschwinden. Aber wenn ich im Sommer abends in meiner Hängematte liege und das Quakkonzert der Frösche höre, ist das fast schon ein bisschen romantisch.

(Report Anzeigenblatt)