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„Mischehe“ nie bereut

„Mischehe“ nie bereut
Goldhochzeitspaar Karin und Dieter Müller. FOTO: Heinz-Gerd Wöstemeyer
Am 19. März haben Dieter und Karin Müller, geb. Schmitz aus Wickrath ihre Goldene Hochzeit gefeiert. Höhepunkt war der ökumenische Dankgottesdienst in der Kirche St. Antonius. Bevor ihr gemeinsames Eheglück vor 50 Jahren begann, waren Hindernisse zu überwinden. Von Ulrike Mooz

„Ich hoffe, Sie heiraten noch kirchlich, sonst können Sie die Wohnung vergessen“, hatten die standesamtlich frisch Vermählten von ihrem künftigen Vermieter zu hören bekommen. Und klar, selbstverständlich wollten sie auch kirchlich heiraten. „Aber der Wickrather Oberpfarrer war mit der ‚Mischehe’ nicht einverstanden“, sagt Karin Müller; sie kann es bis heute nicht fassen. Sie als Katholikin mit einem evangelischen Ehemann, das könne nicht gut gehen, habe er ihr gesagt und sie solle es sich doch noch mal überlegen.

Schließlich habe der Pfarrer unter Auflagen eingewilligt: „Wenn du unbedingt willst, dann traue ich euch morgens um sieben und ohne Glockengeläut“, so seine Worte; die hat sie ihr Leben lang nicht vergessen können. Ein Franziskanerpater aus Mönchengladbach sei dann auf Anraten einer guten Bekannten „eingesprungen“ und so sei ihre Vermählung in der Kirche St. Antonius doch noch festlich geworden, erzählt Karin Müller.

Der ökumenische Dankgottesdienst – nun, 50 Jahre später – habe sie umso mehr berührt, freuen sich die Goldhochzeiter.

Kennen gelernt hatten sie sich 1961 beim „Moewefest“ des gleichnamigen Wickrather Radvereins im Hotel Abels. „Wir verabredeten uns nach unserem Tanz gleich wieder zum sonntäglichen Kinobesuch“, erinnert sich Dieter Müller, der in seiner Freizeit schon damals ausgiebig Leichtathletik betrieb. Mittel- und Langstreckenläufe waren seine Spezialität. „Manchmal war ich auf den Sport eifersüchtig“, sagt Karin Müller schmunzelnd, die als Chemielaborantin in der Wickrather Lederfabrik arbeitete. Industriemeister Dieter Müller war 37 Jahre lang bei der Firma Henkel in Düsseldorf tätig, unter anderem als Controller. Das Haus seiner Familie an der Kreuzhütte hat er Anfang der 70er Jahre selbst gebaut. In seiner Freizeit leistete Dieter Müller beim TuS Wickrath 30 Jahre lang Vorstandsarbeit, davon 17 Jahre als Vorsitzender der Turnabteilung und fünf Jahre als Vorsitzender des Gesamtvereins.

Karin Müller ist seit 32 Jahren in der katholischen Frauengemeinschaft Wickrath aktiv, seit 20 Jahren als Vorsitzende, und hat zehn Jahre im Pfarrgemeinderat mitgewirkt. Ein Jahr nach ihrer Hochzeit wurde Tochter Vera geboren, zehn Jahre später Sohn Daniel. „Unsere Kinder mit ihren Ehepartnern und unsere vier Enkelkinder bereichern unser Leben sehr“, so Karin und Dieter Müller. „Wir sind mit unserem L

eben sehr zufrieden und wünschen uns gesund zu bleiben.“

(StadtSpiegel)