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Stolperstein für Hilde Sherman

Stolperstein für Hilde Sherman
Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Künstler Gunter Demnig im Gespräch.
Künstler Gunter Demnig hat in Mönchengladbach 14 neue Stolpersteine verlegt, einer dieser zehn mal zehn Zentimeter großen Gedenktafeln aus Messing gilt Hilde Sherman aus Wickrathberg. Insgesamt sind in unserer Stadt nun 255 Erinnerungssteine für NS-Opfer in Gehwege eingelassen, weltweit sind es 57 000. Von Klaus Schröder

. Im Beisein von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Bürgermeister Ulrich Elsen und zahlreichen Gästen verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig am 10. März einen Stolperstein für Hilde Sherman an der Berger Dorfstraße 27 in Wickrathberg. Sherman wurde 1923 als Hildegard Zander in Wanlo geboren und lebte später mit ihren Eltern Albert und Paula und ihren Geschwistern Herbert und Ruth in Wickrathberg. Sie war die einzige, die den Holocaust überlebte; auch ihr erster Ehemann Kurt Winter starb in einem Konzentrationslager.

1984 veröffentlichte Hilde Sherman ihr Buch „Zwischen Tag und Dunkel – Mädchenjahre im Ghetto“, in dem sie ihre persönlichen Erinnerungen von ihrem 13. Geburtstag im Jahr 1936 bis zu ihrer Befreiung 1945 niederschrieb; im März 2011 starb sie in Jerusalem.

Eine der Gäste bei der Verlegung des Erinnerungssteins ist Olga Goldberg von der Gesellschaft für christlich jüdische Zusammenarbeit. Sie hatte Hilde Sherman 1989 kennen gelernt und erinnert sich: „So wie der neue frische Stolperstein im Sonnenlicht leuchtet, war Hilde trotz ihres schweren Lebensweges eine strahlende Persönlichkeit.“

Vor 24 Jahren rief Demnig sein künstlerisches Projekt gegen das Vergessen ins Leben und verlegte seither mit seinen Helfern 57 000 Stolpersteine weltweit. „Das wird für mich nie zur Routine“, versichert er aus voller Überzeugung. Für ihn sei nicht der Stein das Kunstwerk, sondern die gemeinsame Zusammenkunft im Gedenken an die Opfer.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners freut sich, dass bereits an 74 Orten der Stadt die kleinen Gedenktafeln verlegt sind. „Hinter jedem Stolperstein steht ein schlimmes menschliches Schicksal, das muss man sich immer wieder deutlich machen“, so Reiners.

(StadtSpiegel)