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Wie geht es Schwulen im Alter ?

Wie geht es Schwulen im Alter ?
Markus Schnorrenberg organisiert mit seinem Team zum zweiten Mal den Christopher Street Day auf dem Harmonieplatz in Mönchengladbach. FOTO: schrö
Am 16. Juli veranstalten Schwule und Lesben auf dem Harmonieplatz den zweite Christopher Street Day. Wir sprachen mit einem der Organisatoren, Markus Schnorrenberg, 31. Von Klaus Schröder

Was haben Sie gedacht, als Sie die Nachricht vom Massaker in Orlando hörten?

Markus Schnorrenberg: Ich feierte gerade beim Sommerfest der Karnevalsgesellschaft De leckere Jecke in Lürrip und war massiv schockiert. Dieser Anschlag hatte einen neuen Charakter und richtet sich gegen die ganze Community. Aber es hilft nichts: Wir lassen uns nicht verrückt machen.

Wie empfinden Sie die Lage in Europa?

Die Sorge vor einem Erstarken der Rechtsextremen wird schon größer. Wir müssen diese Tendenzen im Blick behalten.

Was machte Sie zuletzt richtig wütend?

Ach, ich werde eigentlich nicht so schnell wütend, aber was mich geärgert hat, ist der Rückzieher unseres Justizministers in der Frage des Paragrafen 175. Bis 1994 hat man sich in der Bundesrepublik strafbar gemacht, wenn ein Mann mit einem anderen Mann einvernehmlich Sex hatte. Zehntausende Männer wurden zu Haftstrafen verurteilt - und jetzt sollte es schnell um Rehabilitation und Entschädigung gehen.

Was sind die nächsten Schritte der Lesben- und Schwulenbewegung in Mönchengladbach?

Erstmal muss ich sagen, dass das hier Gott sei Dank kein Thema für Parteipolitik ist. Mit dem Runden Tisch haben wir ein hervorragendes Instrument geschaffen, damit Politik, Verbände und Organisationen an einem Strang ziehen können. Womit wir uns im Herbst näher beschäftigen wollen, sind die Interessen von Schwulen und Lesben im Alter. Dieser Bereich wird unterschätzt und ist auch für mich Neuland. Aber auch in dieser Frage wollen wir in Mönchengladbach etwas bewegen.

(StadtSpiegel)