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Wurst & Käse nur für Reiche?

Wurst & Käse nur für Reiche?
Mönchengladbach. Wer im Supermarkt seinen Korb mit Lebensmitteln füllt, wird mit sieben Prozent Mehrwertsteuer zur Kasse gebeten – damit Lebensmittel für alle erschwinglich sind. Das gilt auch für Fleisch, Milch und Eier. Weil die tierischen Produzenten aber Ausdünstungen gen Himmel schicken, die der Umwelt im wahrsten Wortsinn stinken, schlägt das Umweltbundesamt eine höhere Steuer vor. Von Ulrike Mooz

Die Deutschen stehen auf Fleisch, das hat der jüngste Ernährungsreport am Jahresanfang wieder festgestellt – am liebsten essen sie Rouladen oder Schnitzel. Aber auch wer kein erklärter Fleischfan ist, hat von Frühstücksei bis Käse zumeist gerne Tierisches auf Teller und Brettchen. Doch dessen Produzenten – Kuh und Schwein – dunsten Methangas in die Atmosphäre und das stinkt der Umwelt.

Das Umweltbundesamt ist jetzt mit einem drastischen Vorschlag heraus gerückt: Es schlägt vor, die üblichen Steuerbegünstigungen von Lebensmitteln bei Fleisch- und Milchprodukten auszusetzen. Für den Verbraucher würde das heißen, dass auf Leberwurst, Milch und Co. demnächst statt sieben, ganze 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig wären. Hätte dann also die Entscheidung, Tierisches auf dem Teller oder doch nur Gemüse, hauptsächlich damit zu tun, wieviel im Portemonnaie ist?

Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss/ Mönchengladbach, sieht darin eine Bevormundung der Bürger, die fatale Auswirkungen haben könne, da Fleisch, Milch und Eier wichtige Nährstoff-Lieferanten seien. Nach einer Untersuchung von 2014 stammten nur sieben Prozent der Gesamtemissionen aus Treibhausgasen aus der Landwirtschaft, so Wappenschmidt, 57 Prozent dagegen aus der Energiewirtschaft und 18 Prozent aus dem Straßenverkehr.

Wappenschmidt bricht auch für Hochleistungsvieh eine Lanze. Das sei wesentlich umweltfreundlicher als Kühe mit geringer Leistung, da der Methangasausstoß pro Liter Milch geringer sei.

(StadtSpiegel)