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Der letzte Triebwagen der Mönchengladbacher Straßenbahn ist nach 46 Jahren zurück
Zurück in der Heimat

Mönchengladbach. Der letzte Mönchengladbacher Straßenbahn-Triebwagen ist nach 46 Jahren sicher in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Von der Redaktion

In den frühen Morgenstunden des 8. September 2014 begannen auf dem Bus-Betriebshof der Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG (ASEAG) die Vorbereitungen zur Verladung des historischen Straßenbahn-Triebwagen 1016 (in Mönchengladbach: Triebwagen 26). Ein Autokran hob das knapp 20 Tonnen schwere Fahrzeug mühelos auf den Schwerlasttransporter. Die Reise in seine frühere Heimatstadt Mönchengladbach über die Autobahnen 44, 61 und 52, wo er neugierige Blicke der vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer auf sich zog, verlief reibungslos und dauerte rund 90 Minuten. Aufgrund der Höhe und Länge des Transports wurde eine Route um die Innenstadt herum gewählt. An seinem neuen Übergangs-Zuhause in einer früheren Fabrikhalle in Mönchengladbach-Lürrip wurde der Wagen mittels Hebeböcken und Traversen vom Tieflader gehoben.

Damit kehrte nach 46 Jahren ein Stück Mönchengladbacher Stadtgeschichte in die Heimat zurück, war die Straßenbahn doch 72 Jahre lang das Rückgrat des Nahverkehrs in Mönchengladbach und Rheydt. Zum Empfang hatten sich zahlreiche Ehrengäste, darunter Oberbürgermeister Hans-Willhelm Reiners, eingefunden, um den „Heimkehrer“ willkommen zu heißen.

Für die Aufarbeitung und die künftige Nutzung des Fahrzeugs existiert bereits ein Konzept. Im Vorfeld hatte der Initiator der Rückholaktion, der Mönchengladbacher Axel Ladleif, zusammen mit fachkundigen Straßenbahn-Technikern aus dem Ruhrgebiet eine genaue Bestandsaufnahme des Gesamtzustands durchgeführt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass sich die Substanz des Wagenkastens in einem erfreulich guten und absolut erhaltenswürdigen Zustand befindet, was nach einer Abstellung unter freiem Himmel über fast 20 Jahre hinweg alles andere als selbstverständlich ist. Dieser Zustand ist das Ergebnis der guten Pflege durch die ASEAG, der an dieser Stelle besonders gedankt werden muss.

Aus der Bestandsaufnahme wurde ein Aufarbeitungsplan abgeleitet. Dieser schlüsselt auf, welche Arbeiten in welchem (geschätzten) Umfang erforderlich sind, z.B. Ausbesserung der Verblechung, Erneuerung des Fußbodens, die Aufarbeitung der Sitze, Erneuerung bzw. Aufarbeitung der Holzinnenverkleidung usw. Zum Abschluss der Arbeiten erhält das Fahrzeug wieder seine Mönchengladbacher Lackierung in Creme mit blauen Zierstreifen.

Das Nutzungskonzept sieht nach Abschluss der Restaurierung eine Aufstellung unter einem Regenschutzdach auf der Außenfläche neben dem neuen Hugo Junkers Hangar am Flughafen Düsseldorf-Mönchengladbach vor. Der Innenraum des Fahrzeugs soll so gestaltet werden, dass eine Hälfte den Original-Zustand zeigt, die andere Hälfte soll als Veranstaltungsraum für Tagungen oder kleinere Dinner-Events zur Verfügung stehen.

Nachdem das Fahrzeug nun zunächst sicher in seiner Heimat abgestellt ist, wird in den nächsten Wochen die Restaurierung organisiert. Hierbei ist die Unterstützung aller technik- und geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürger gefragt. Möglich ist zum einen die finanzielle Unterstützung dieses Projekts zum anderen ist aber auch tatkräftige Mithilfe gefragt, z.B. durch die Übernahme einzelner Gewerke, wie. z.B. Austausch von Blechen, Aufarbeitung von Holzteilen, Arbeiten an der Elektrik usw.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, das Projekt zu unterstützen. Setzen Sie sich direkt mit Axel Ladleif (Telefon 0 21 61 – 463 463, al@noi-events.de) in Verbindung. Über Aktivitäten kann man sich bei facebook („Triebwagen 26“) und demnächst auf einer eigenen Homepage www.Tw26.de informieren.

Etwas „Straßenbahn-Atmosphäre“ kann man aber schon ab 1. Oktober in der Traditionsgaststätte „Alt Eicken“, Eickener Straße, schnuppern: Dort wird ab diesem Tag eine Foto-Ausstellung rund um die Mönchengladbacher Straßenbahn zu sehen sein.

(Report Anzeigenblatt)
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