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Weihnachten mit dem Jürgen

Weihnachten mit dem Jürgen
Jürgen Becker präsentiert mit „Why Nachten“ sein aktuelles Weihnachtsprogramm. FOTO: Veranstalter
Mönchengladbach. Der erfolgreiche Kabarettist feiert am 20.12. in der Kaiser-Friedrich-Halle Premiere mit seinem Spezialprogramm „Why Nachten?“ Von Kellys Grammatikou

Der erfolgreiche Kölner Kabarettist Jürgen Becker hat das Thema Weihnachten für sich entdeckt. Da es sich dabei jedoch um ein sehr komplexes Gebiet handelt, holt er sich großartige Unterstützung mit auf die Bühne. Am 20. Dezember, Beginn 20 Uhr, zelebriert der erfolgreiche Kabarettist nun in Mönchengladbach, in der Kaiser-Friedrich-Halle zusammen mit Martin Stankowski und den Talking Horns die spannende Geschichte und die Musik des erfolgreichsten Festes des Jahres.

„So, da wollen wir uns mal nen schönen Abend machen...“ Man kennt diesen Satz von Jürgen Becker und er löste ihn mit seinen zahlreichen Soloprogrammen stets ein. Doch diesmal steht der Moderator der renommierten WDR-Kabarettsendung „Mitternachtsspitzen“ nicht allein auf der Bühne. Viel Blech und ein bisschen Holz – Die Talking Horns erzählen mit beredter musikalischer Diktion die höchst unterhaltsame Geschichte weihnachtlicher Musik. Kopf und Bauch werden gleichermaßen bedient, denn der Historiker und Journalist Martin Stankowski legt mit würziger Sprache die tiefen Wurzeln der Feierlichkeiten rund um den 24. Dezember frei und die haben mit Christi Geburt so viel zu tun wie der Osterhase mit Karfreitag. Römische und heidnische Riten machten Weihnachten erst möglich und so kann heute jeder mitmachen: Buddhist, Evangelist, Atheist, Kapitalist, ja sogar Kabarettist Jürgen Becker kann sich dem Zauber der emotionalen Gemengelage zum Jahresende nicht entziehen. So formt er einen scheinbar nie versiegenden Quell verbaler Erheiterung.

Ob Johann Sebastian Bach, Felix Mendelsohn-Bartoldy oder Emerson Lake & Palmer, für die brillanten Bläser ist Jazz ganz einfach eine für jeden direkt zugängliche, universelle musikalische Sprache. So reisen die sechs Herrschaften denn auch virtuos durch Mythen, Riten und Musikstile, ganz ohne missionarische Verbissenheit, sondern souverän und mit einer erfrischenden Portion Selbstironie. Das »grooved« und »swingt« und »stompt« und manchmal »funkt« es auch ganz gehörig. Messerscharfe Bläsersätze wechseln mit urkomischen Passagen Beckers und Stankowskis geistvollen Ausflügen in die Geschichte, die dann wieder in avantgardistische Kammermusik münden. Die große Faszination der Talking Horns liegt darin, dass sie ihren fantasievollen musikalischen Mikrokosmos mit sparsamen Mitteln entfalten: keine Rhythmusgruppe, keine Elektronik, keine Verstärker. Die extreme Vielfalt der Klänge und musikalischen Strukturen entsteht durch die beeindruckende Virtuosität und die unbändige Spielfreude mit der die Musiker das gesamte Klangspektrum ihrer Instrumente entfalten.

Ebenso wie der begnadete Erzähler Stankowski und sein verschmitzter Freund Becker einzig das geschliffene Wort beherrschen. So harmoniert das satirische Sixpack perfekt im pompösen Glanz perfekter Posaunen und Pointen gleichsam postulierend: Eine Religion ohne Weihnachten hat in Zukunft keine Chance.

„Why Nachten?“ Das außergewöhnlichste Bühnenprogramm des Jahres am 20.12.2015 in der Kaiser-Friedrich-Halle. Der Vorverkauf für die Show

unter dem Motto „Ist das noch Musik oder schon ein Weihnachtslied?“ läuft bereits auf Hochtouren.

(Report Anzeigenblatt)