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Kindern Hoffnung schenken

Kindern Hoffnung schenken
In der Sparkasse Korschenbroich gab es einen großen Empfang für die Kinderdirekthilfe. Nach der Ausstellungseröffnung und der Projektvorstellung wurde afrikanisches Fingerfood serviert. Eine großartige Idee. FOTO: cs
Die Kinder-Direkthilfe bekämpft eine „schreiende Ungerechtigkeit“. Im Rahmen von Unges Pengste gibt es einen großen Spendenaufruf. Von Christoph Sochart

Christy ist ein junges Mädchen. Ihre Mutter ist tot. Der Vater starb, als sie ein Baby war. Dann starb auch noch die blinde Oma. Christy und ihre Schwester waren allein und lebten auf den Straßen der Gold- und Sklavenküste Bolgatanga (Ghana, kurz vor der Grenze zu Burkina Faso). Den beiden Kindern drohte eine dunkle Zukunft, geprägt von Verwahrlosung, Kinderhandel und Missbrauch als Kindersklaven. Eine engagierte Frau fand die beiden Mädchen in der Gosse und brachte sie zum Centre for Child Development (CCD). Das war ihre Rettung.

Diese herzzerreißende Geschichte erzählten Karl-Heinz Göris (Korschenbroich) und Dr. Klaus Hintzen (Mönchengladbach) von der Kinderdirekthilfe Korschenbroich (KDH). Die Kinderdirekthilfe ist eine Erfolgsgeschichte der Schützen in Korschenbroich. Anfang der 80er Jahre wurden in den beiden Korschenbroicher Bruderschaften – St. Sebastianus und St. Katharina – Stimmen laut, die das traditionelle Schützenfest „Unges Pengste“ zu einem größeren sozialen Engagement nutzen wollten. Göris: „Unser Wohlstand, der ganz besonders an den Festtagen unseres Heimatfestes nicht zu übersehen war, sollte auch den Ärmsten in unserer Welt zugute kommen“.

Auf Vorschlag und unter der Federführung des Schützenzuges „Lange Lulatsche“ gab es bereits 1984 im Rahmen des Schützenfestes eine große Tombola unter dem Motto: „Wir bauen ein Dorf in Indien“. Direkt auf Anhieb wurden 20.000 Lose verkauft. Durch weitere Spenden ergänzt konnten dem damaligen Partner, der Welthungerhilfe, 53.000 Mark überwiesen werden. Mit dieser Resonanz hatte niemand gerechnet und neue Ideen des sozialen Engagements wurden geboren. So wurden ein Brunnenbauprojekt der Karl-Heinz-Böhm-Stiftung und die Ceylon Direkthilfe unterstützt.

Vor einem Jahr übernahm Karl-Heinz Göris den Staffelstab von Jürgen Hüsges, dem unermüdlichen Mentor und Initiator der Kinderdirekthilfe. Gemeinsam mit dem neuen Vorstand und den beiden Schützenbruderschaften will Göris den Verein zukunftsfähig machen und entdeckte das Centre for Child Development in Bolgatanga. Karl-Heinz Göris: „Kinder-Hoffnung-Bolgatanga ist die neue Überschrift, die in den nächsten Jahren Aufhänger und Markenzeichen unseres Engagements für vernachlässigte und chancenlose Kinder und Jugendliche sein wird“. Auch Sparkassenvorstand Dietmar Mittelstädt unterstützt die Idee: „Was man in Bolgotanga erlebt, ist eine schreiende Ungerechtigkeit: eine sehr arme Region, Sklaverei, Flüchtlingsströme, Kinderhandel. Eltern verkaufen ihre Kinder, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Die Kinder aber landen in Kinderarbeit und Sklaverei. Ein Kreislauf von Gewalt und Verbrechen beginnt“.

Hier setzt die Kinderdirekthilfe an. Der Verein sammelt Geld, dass den Kindern über das CCD direkt und ohne Abzüge zur Verfügung gestellt wird. Verwaltungskosten gibt es keine. Insgesamt werden bis zu 120 Kinder betreut. Für die Kinderdirekthilfe und für das neue Projekt in Ghana wird im Rahmen der Tombola des diesjährigen Korschenbroicher Schützen- und Heimatfestes gesammelt. Karl-Heinz Göris: „Ein Los kann die Ernährung für ein Kind für einen Tag sicherstellen. Fünf Lose sichern die Bekleidung für drei Monate und weitere fünf Lose decken die Kosten der medizinischen Grundversorgung für drei Monate ab. Und wer spenden möchte: Mit 100 Euro ist für ein Jahr die Gebühr für den Besuch der öffentlichen Schulen finanziert!“ Infos gibt es auch im Netz unter kdh-korschenbroich.de.

(StadtSpiegel)