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Eine Krippe für die Senioren

Eine Krippe für die Senioren
Falk Otte freut sich, dass die vom ihm gestaltete Krippe mit den Figuren aus St. Johannes bei den Bewohnern des Caritaszentrums Rheydt so gut angekommen ist. FOTO: Caritasverband
Rheydt. Sie feiern eine Premiere, wenngleich sie schon etliche Jahre alt sind: Die Krippenfiguren aus der geschlossenen Kirche St. Johannes erfreuten jetzt die Bewohner des Caritaszentrums Rheydt. Von der Redaktion

„Es war eine richtige Überraschung. Wir haben im Foyer gestanden und uns riesig gefreut. Ich selbst bin ganz begeistert. Die Figuren, der Krippenaufbau – einfach nur schön“, meint Marianne Effer. Dabei strahlen die Augen der Seniorin, die im Caritaszentrum Rheydt lebt. Was sie so begeistert, ist die große Krippe im Foyer, die vor Weihnachten erstmalig im Seniorenheim aufgebaut wurde und bis zum Dreikönigstag zu sehen ist.

„Wir hatten bislang nur eine kleine Krippe, die in der Weihnachtszeit auf einem Tischchen in unserer Kapelle steht“, berichtet Lindtraut Valter, Leiterin des Sozialen Dienstes. Nun hat das Seniorenheim die Krippenfiguren erhalten, die früher Jahr für Jahr in der Kirche St. Johannes in Rheydt-West standen. Nach der Schließung der Kirche Ende Oktober sprach Eveline Hensen, die Leiterin des Caritaszentrums Rheydt, Pfarrer Michael Schicks an, was mit den schönen alten Holzkrippenfiguren geschehen würde. Da die Kirchengemeinde keine Verwendung mehr dafür hatte, schenkte sie die Figuren dem Altenheim. Die Heilige Familie samt zwei Hirten, einer Magd, den Heiligen Drei Königen und einem Schaf wechselte den Besitzer.

Dass daraus eine wunderschöne Krippenlandschaft entstand, ist Falk Otte zu verdanken. Der Haustechniker des Seniorenheimes ließ seine handwerklichen Talente spielen. Unter seinen Händen entstand eine mehrstufige Krippenlandschaft mit Stall. „Als wir die Figuren Anfang Dezember bekamen, habe ich erste Skizzen angefertigt und danach angefangen zu bauen“, erzählt Falk Otte. Der Haustechniker fertigte einen Fachwerkstall mit einem Schindeldach an, wobei er das Fachwerk sogar mit Holznägeln verzapfte. „Schließlich gab es damals auch keine Nägel“, bemerkt er schmunzelnd. Aus PU-Schaum gestaltete er die Landschaft, die von ihm anschließend mit gesammeltem Moos, Kies aus dem Baumarkt und Pflanzen versehen wurde.

Als der gesamte Aufbau im Foyer stand, ging es an das Aufstellen der beweglichen Holzfiguren. Auch hier waren Falk Otte gerade die kleinen Details wichtig. In den Korb, den die Magd am Arm trägt, legte er kleine Kunstäpfel. Der Heuschober des Stalles erhielt Heu und das Laternchen am Stall Licht. Der Haustechniker installierte das LED-Lämpchen dabei so geschickt, dass es aussieht, als würde das Teelicht in der Laterne brennen. Für die Heimbewohner war es eine große Überraschung, die fertige Krippe kurz vor dem 24. Dezember zu sehen. „Wir hatten nichts verraten und daher ist uns die Überraschung wirklich gelungen“, freut sich Lindtraut Valter.

Für Weihnachten 2016 plant Falk Otte eine Erweiterung der Krippenlandschaft. „Ich habe da einige Ideen und diesmal auch ein bisschen mehr Vorbereitungszeit“, sagt er. Doch bevor es soweit ist, gehen Figuren, Stall und die gesamte Krippenlandschaft erst einmal in den Sommerschlaf. Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich ein Traum von Falk Otte und den Heimbewohnern. Sie alle hätten nämlich noch gerne Ochs und Esel für ihre große Krippenlandschaft dazu.

(StadtSpiegel)