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Verpflichtung für die Zukunft

Mülfort. Als elfte Schule in Mönchengladbach trat die Gesamtschule Rheydt-Mülfort dem bundesweiten Netzwerk „ Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bei. Die Auszeichnung wurde der Schulgemeinde unter Anwesenheit zahlreicher Gratulanten und Gäste bei einem Festakt verliehen. Von Sylvia Bradtmöller

Schulleiterin Martina Gottlieb nahm die Gäste im voll besetzten Forum mit auf eine anschauliche Reise um die Welt, denn vielfältig wie die geschilderten Eindrücke ist auch die Schülerschaft an der Gesamtschule. „Vier Kontinente, 51 Länder – was wäre das für ein Fest, wenn jeder Schüler seine Landestracht tragen, etwas zu essen oder Musik mitbringen würde – wie viele Sprachen und Hautfarben gäbe es zu sehen.“

Dass so eine Vielfalt auch reichlich Konfliktpotenzial birgt, ist der Schulgemeinde wohl bewusst, sie unterstützt deshalb das Projekt mit überwältigender Mehrheit: „Wir sind gegen jede Art von Ausgrenzung, keiner soll alleine und schwach sein – hier ist immer jemand, der sich einsetzt“.

Stolz verkündeten die Schülersprecher Nadia Romera Fernandez (19) und Kamilo Bruchhausen (18), dass sich über 90 Prozent aller Mitglieder des Schullebens (Schüler und Lehrer, Verwaltungsangestellte und technisches Personal) zu den Prinzipien einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekennen. Mit ihrer Unterschrift haben sich alle verbindlich dazu verpflichtet, sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt zu wenden.

Als Projekt-Pate konnte Jonny Brand gewonnen werden. Der ehemalige Kickbox-Weltmeister und Kampfkunst-Lehrer bietet Anti-Aggressionstrainings an Schulen und Jugendhäusern an. Zu den Gratulanten gehörte auch Bürgermeister Ulrich Elsen, Mitbegründer der Schule und viele Jahre selbst Mitglied des Kollegiums. Die Urkunde wurde durch Michael Holzportz von der städtischen Arbeitsstelle für Interkulturelle Bildung und Integration überreicht.

Dem Fest ging ein Projekttag für die Schüler voraus, der sich aus aktuellem Anlass mit dem Thema Fluchtperspektiven beschäftigte. Neben der Theatergruppe der Leipziger Kulturschule hatte die Schule viele Experten, Gäste, sowie drei betroffene Flüchtlinge aus Afghanistan und Sierra Leone eingeladen, die den Projekttag durch intensive Gespräche bereicherten.

(StadtSpiegel)