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„Rauch auf Station 5!“

„Rauch auf Station 5!“
Auf Station 5 im Elisabeth Krankenhaus wurde der Ernstfall geprobt und die Patienten aus dem Zimmer in Sicherheit gebracht. FOTO: Andreas Baum
Rheydt. Für den Ernstfall gewappnet sein: Im Elisabeth Krankenhaus wurde das Personal zu Brandschutzhelfern ausgebildet. Von Christina Reineke

Schwester Claudia reißt die Zimmertür auf, eine Qualmwolke schlägt ihr entgegen. Klar und deutlich fragt sie: „Hallo, wo sind Sie?“ und legt ein „Bleiben Sie bitte liegen!“ nach. Ein paar Sekunden später kommt sie mit dem ersten Patientenbett durch die Tür, öffnet die automatisch geschlossene Brandschutztür auf dem Flur und bringt den Patienten dahinter in Sicherheit.

„Rauch auf Station 5!“ – im Ernstfall sollten diese Worte keine unkontrollierte Panik beim Krankenhauspersonal auslösen, sondern ihr geschultes Wissen auf den Plan rufen. Aus diesem Grund fand in dieser Woche ein hausinterner Lehrgang zum Brandschutzhelfer für die Angestellten im Elisabeth Krankenhaus Rheydt statt.

Nach einer theoretischen Einführung durch Brandschutzleiter Achim Lingen und seiner Kollegin Cornelia von Quistorp begeben sich die elf Freiwilligen aus verschiedenen Bereichen des Krankenhauses (z.B. Stationsschwestern, Mitarbeiter aus der Technik) ins Freie. Vor der Verwaltung wurde bereits ein „Feuerlöscherparcours“ aufgebaut, den es nun zu bezwingen gilt. Wie betätige ich einen Feuerlöscher und wie nah darf ich an den Brandherd beim Löschen, ohne dass es für mich gefährlich wird? Von Quistorp erklärt die Vorgehensweise, bevor einer nach dem anderem mit dem Feuerlöscher einen gestellten Papierkorbbrand löscht. „Im Krankenhausbetrieb gibt es eigentlich nur noch CO2- oder Wasserfeuerlöscher, da sie rückstandsfrei sind. Pulverlöscher wurden abgeschafft, weil medizinisches Gerät, das damit in Berührung kommt, in aller Regel weggeschmissen werden kann“, sagt von Quistorp. Im Anschluss zeigt sie, wie man mittels einer Löschdecke einer brennenden Person hilft. „Man schlüpft mit den Händen in die Ecken der Löschdecke, legt sie auf die Person und beginnt vom Hals an die Luft wegzudrücken. Im Zweifelsfall können Sie auch Bettdecken von der Station nehmen.“

Im Eli findet jedes Jahr eine Fortbildung für die Mitarbeiter zum Thema Brandschutz statt. Wer möchte, kann zusätzlich an dem Lehrgang zum Brandschutzhelfer teilnehmen. Darüber gibt es am Ende auch ein Zertifikat. „Ich bin seit 16 Jahren hier im Haus Brandschutzleiter und seitdem hat es keinen großen Brand gegeben, aber im letzten Jahr hat ein Container draußen gebrannt und ein Mülleimer hat auch schon mal Feuer gefangen. In diesen Situationen ist es gut, wenn Mitarbeiter wissen, was sie in welcher Reihenfolge zu tun haben, ohne lange zu überlegen“, so Lingen.

(Report Anzeigenblatt)