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„Wir gehen vor Ärger in die Luft“

„Wir gehen vor Ärger in die Luft“
Pflegepersonal, Ärzte und andere Angestellte des Eli ließen in einer Solidaritätsaktion am vergangenen Mittwoch 140 Luftballons mit Protestkarten gegen die Krankenhausreform steigen. FOTO: Andreas Baum
Rheydt. Am Mittwochmittag ließen Pflegepersonal, Ärzte und Kollegen des Eli in einer „Aktiven Mittagspause“ Luftballons steigen, Motto „Wir gehen vor Ärger in die Luft“. Mit der Aktion protestierten sie gegen die Krankenhaus-Reform-Pläne der Bundesregierung. Von Ulrike Mooz

Pünktlich um 12.30 Uhr am vergangenen Mittwoch stiegen vom Hubschrauberlandeplatz des Elisabethkrankenhauses 140 grüne Luftballons in den sonnigen Himmel - Flugrichtung Berliner Bundestag. Die Botschaft: Die Krankenhäuser wollen sich bundesweit gegen die geplante Krankenhausreform wehren. „Demnächst soll alles, was wir tun, für die Krankenkassen dokumentiert werden“, sagt Betriebsratsvorsitzende Ingrid Niesten, dabei würde eigentlich mehr Zeit für die Patienten als für den Computer benötigt. Beabsichtigt sei mehr Transparenz, Ergebnis sei aber weniger Zeit für die Patienten durch erheblich mehr bürokratischen Aufwand, so Niesten.

Direkt betroffen sind im Mönchengladbacher Eli rund 500 Angestellte aus dem Pflegebereich. Doch das Krankenhaus sei immerhin so gut aufgestellt, dass sich die Patienten keine Sorgen machen müssten, so Krankenhaus-Chef Horst Imdahl. Dass dennoch am Mittwochmittag protestiert wurde, sei mehr als Akt der Solidarisierung mit kleineren Krankenhäusern in Deutschland zu verstehen. Und obwohl das städtische Eli so schnell nicht in eine Schieflage gerate, protestiere man gegen die Streichung des 500-Millionen- Euro-Versorgungszuschlages im Jahr 2017, mache man sich im Sinne der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft stark für leistungsgerechte Entgelte, mehr Personal im Gesundheitswesen, mehr Zeit für Patienten, mehr Investitionsmittel und kostendeckende Notfallentgelte, so Imdahl.

(Report Anzeigenblatt)