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Bethesda als erstes Klinisches Endometriose-Zentrum in Mönchengladbach zertifiziert
„Wir wollen ein Netzwerk aufbauen“

Mönchengladbach (ari). Innerhalb eines Jahres wurde an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe erfolgreich ein Endometriose-Zentrum aufgebaut. Von Angela Rietdorf

Endometriose ist eine weit verbreitete, aber häufig spät erkannte Frauenkrankheit, die mit heftigen Regelschmerzen einhergeht und zu Unfruchtbarkeit führen kann. Nach Expertenschätzungen leiden etwa sechs Millionen Frauen in Deutschland unter dieser Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut sich außerhalb der Gebärmutter ansiedelt und auf das hormonelle Auf und Ab des weiblichen Zyklus reagiert. Mit Privat-Dozent Dr. Darius Salehin, Chefarzt der Gynäkologie, verfügt das Evangelische Krankenhaus Bethesda seit einem Jahr über einen ausgewiesenen Experten für Endometriose.

In Lauf der letzten zwölf Monate wurde das Endometriose-Zentrum am Bethesda aufgebaut und jetzt als Klinisches Zentrum für diese Erkrankung in Mönchengladbach zertifiziert. Das Bethesda ist damit das erste Krankenhaus überhaupt in Mönchengladbach, das dieses Zertifikat erhält. Chefarzt Dr. Darius Salehin wird gleichzeitig in den wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Endometrioseforschung berufen.

Im Rahmen der Zertifizierung wurden die Ausstattung der Klinik, die Abläufe, die Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Zentrums, die wissenschaftliche Aktivität und die Angebote an Fortbildungen überprüft. Die strengen Vorgaben der Stiftung Endometriose Forschung, der Europäischen Endometriose Liga und der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. wurden in vollem Umfang erfüllt. Die Vorgaben zu den Patientenzahlen wurden mit 120 Patientinnen innerhalb eines halben Jahres deutlich übertroffen.

Mit der Zertifizierung als Klinisches Endometriosezentrum der Stufe II hat das Bethesda seinerseits die Möglichkeit, ambulante Kooperationspartner zu zertifizieren. „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, das eng kooperiert“, sagt Dr. Salehin mit Blick auf die niedergelassenen Gynäkologen. Bereits jetzt arbeitet das Endometriose-Team des Bethesda eng mit verschiedenen internen und externen Spezialisten zusammen wie Radiologen, Ernährungsberatern und Schmerztherapeuten. Ergänzende Therapieansätze wie die Traditionelle Chinesischen Medizin, die Akupunktur und die Homöopathie unterstützen das schulmedizinische Konzept. In der regelmäßig stattfindenden Endometriosesprechstunde im Bethesda können Patientinnen mit dem Chefarzt Diagnose und Therapiemöglichkeiten klären.

„Endometriose ist eine sehr komplexe Erkrankung“, erklärt der Experte. „Symptome und Folgen können sehr unterschiedlich sein. Welche Behandlung in Frage kommt, hängt vor allem davon ab, ob eine Frau einen Kinderwunsch hat“, unterstreicht Dr. Salehin abschließend.

(Report Anzeigenblatt)