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Airbag für Mama und Baby

Airbag für Mama und Baby
Die Mutter-Kind-Klinik des Elisabeth-Krankenhauses wird für immer mehr werdende Mütter zur Anlaufstelle Nummer Eins in der Region. Foto: Fotolia/Jasmin Merdan
Rheydt. Von Aachen bis Wesel, vom Selfkant bis nach Bergheim entscheiden sich Jahr für Jahr mehr Frauen dazu, ihr Kind im „Eli“ zur Welt zu bringen. Bereits zum dritten Mal in Folge verzeichnet das Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt die meisten Geburten in NRW. Von Yvonne Simeonidis

„Die Investition von über 20 Millionen Euro in unsere neue Mutter-Kind-Klinik war eine gute und richtige Entscheidung“, betont Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Mönchengladbach GmbH, fügt aber auch hinzu: „Wenn die Geburtenzahlen so weitersteigen, müssen wir noch mal anbauen. Mit Fertigstellung des Neubaus haben wir zwar einen Schub erwartet, aber keinen so großen.“ Das „Eli“ liegt beim Geburtenzuwachs vier Prozent über dem NRW-Schnitt. Das Rheydter Krankenhaus verzeichnete 2016 2 634 Geburten – davon 93 Zwillingsgeburten. Im Vergleich zu 2015 ist das ein Anstieg von elf Prozent, NRW-weit lag dieser bei sieben.

Die konstant wachsende Beliebtheit des „Eli“ liege am „Gesamtpaket von neuer Mutter-Kind-Klinik und erstklassigem Team“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. med. Harald Lehnen. In der Geburtshilfe arbeiten am Elisabeth-Krankenhaus immer vier Hebammen in einer Schicht, insgesamt zwölf verteilt auf drei Schichten sind rund um die Uhr im Einsatz. Es sind außerdem immer drei Ärzte vor Ort. Insgesamt ist, egal wie bedrohlich die Situation ist, immer ein Notfallteam von insgesamt neun Leuten vor Ort, das in einer Minute bereit steht.

Allein im vergangenen Jahr hat das „Eli“ ein Dutzend neue, zum Teil speziell geschulte, Schwestern eingestellt, um der Vorgabe gerecht werden zu können, im Fall der Fälle für jedes Neugeborene unter 1 500 Gramm eine Schwester abstellen zu können. „Bei uns muss nicht erst ein Arzt angefunkt werden, kein Patient mit Krankenwagen erst zum Spezialisten gebracht werden“, betont Lehnen und Dr. med. Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am „Eli“, fügt in Hinblick auf kleinere Geburtsstationen in ländlicheren Gebieten hinzu: „Was man nicht oft macht, kann man häufig auch nicht gut.“ Deswegen sei es auch eine richtige Entwicklung, dass diese Geburtsstationen geschlossen werden.

Gerade die Frühgeborenen bedürfen einer besonderen Pflege und Betreuung – zum Teil widmen sich zwei Schwestern um jeweils ein Baby. „Da muss jeder Handgriff sitzen – monatelang“, betont Kölfen. Hier helfen die Schwestern und Ärzte, die Kompetenzen der Eltern zu steigern, Berührungsängste zu nehmen, um sie möglichst gut vorbereitet nach Hause zu entlassen. Dazu zählt auch die seit Kurzem im Krankenhaus verortete Nachsorge. Die zuständigen Ärzte stellen sich den Eltern bereits kurz nach der Geburt vor, planen und organisieren dann schon alles für die Zeit zu Hause.

„Die Sicherheit und das Wohlfühlpaket, das wir bieten, ist für die Patientinnen ganz entscheidend“, weiß Dr. Harald Lehnen, „bei uns sind sie wie mit einem Rundum-Airbag in alle Richtungen abgesichert.“ Dies spricht sich offensichtlich herum – wie die Zahlen beweisen.

(Report Anzeigenblatt)