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Aufklärung nimmt die Angst

Aufklärung nimmt die Angst
Chefarzt Dr. Dieter Echtle (Klinik für Urologie und Kinderurologie/ links) und Chefarzt Prof. Dr. Dirk Blondin (Klinik für Radiologie, Gefäßradiologie und Nuklearmedizin). FOTO: Elisabeth KH
Rheydt. Exakte Diagnostik dank Fusionsbiopsie im Elisabeth-Krankenhaus hilft Prostata-Patienten: Am Mittwoch, 22. März, gibt es eine Patientenveranstaltung zum Thema „Prostata-Karzinom“. Von David Friederichs

Tumor oder nicht? Das ist für den Prostata-Patienten und seine Angehörigen eine überaus belastende und für die Mediziner manchmal eine nicht leicht zu beantwortende Frage. An den Städtischen Kliniken arbeiten daher zwei Fachabteilungen zusammen, um eine möglichst zweifelsfreie Antwort geben zu können. Urologie und Radiologie bieten die sogenannte Fusionsbiopsie an. Sie steht in Deutschland erst in wenigen Kliniken zur Verfügung. Das Elisabeth-Krankenhaus hat damit in der Region ein Alleinstellungsmerkmal.

Prof. Dr. Dirk Blondin, Chefarzt der Radiologie, erklärt, warum er auf den Magnetresonanztomographen setzt: „Die MRT ist das bisher beste bildgebende Verfahren zur Darstellung des Prostatakarzinoms“. In der Auswertung würden die auffälligen Befunde digital markiert und die Untersuchung als 3-D Daten über das hauseigene Datennetz an das Biopsie-System in die Urologie überspielt: „ Bei der eigentlichen Biopsie können die MRT Bilder dann aufgerufen und tatsächlich in Echtzeit mit dem Ultraschallbild überlagert werden.“

Für den Chefarzt der Urologie, Dr. Dieter Echtle, ist die Fusionsbiopsie ein Quantensprung bei der Untersuchung und der Punktion der Prostata: „Das Ganze ist durchaus mit dem GPS im Auto zu vergleichen. Im Fusionsbild wird die Ultraschallsonde unter dreidimensionaler Kontrolle positioniert und die Biopsienadel kann dann zielgenau das Areal punktieren, aus dem die Proben entnommen werden sollen.“ Er sieht den Vorteil für den Patienten darin, dass „eine bessere Diagnostik eine gezieltere und damit individuellere Behandlung“ ermöglicht wird. Zudem gebe ihm diese Methode eine hohe Sicherheit bei der Dokumentation seiner Arbeit: „Ich kann immer belegen, dass ich die Nadel stets exakt in das in Frage kommende Areal gesetzt habe.“ Am Elisabeth-Krankenhaus werden nahezu täglich Biopsien durchgeführt, dabei kommt die neuartige Methode immer häufiger zum Einsatz.

Das neue Verfahren hilft die Anzahl der Stanzen und der überflüssigen Biopsien zu reduzieren: „Im MRT sind besonders die aggressiven Tumore gut sichtbar und können damit gezielt diagnostiziert werden. Auch atypisch gelegene Tumore können im MRT besser gesehen und dann mit der Fusions-Biopsie erreicht werden.“

Um den Interessierten und Betroffenen die neue Methode nahe bringen zu können, aber auch um generell das Thema Prostatakrebs anzusprechen, Ängste zu nehmen und Fragen zu beantworten, laden die Chefärzte Prof. Dr. Dirk Blondin und Dr. Dieter Echtle zu einer Patientenveranstaltung ein. Am Mittwoch, 22. März, ab 17 Uhr, stehen die beiden Experten allen Interessierten zum Thema „Prostatakarzinom“ zur Verfügung. Die Veranstaltung findet im Raum 5 in der Verwaltung des Elisabeth-Krankenhauses, Hubertusstraße 100, statt.

(Report Anzeigenblatt)